
Wie viel können 50 Mitarbeiter in der Treppenfertigung im Jahr erreichen? Bei Aru 6.000 bis 7.000 hochwertige Mittelklassetreppen für ganz Europa und darüber hinaus. Bei Bedarf sogar bis zu 10.000. Dabei reicht das Angebot von klassischen Modellen aus Holz bis hin zu modernen Designs, wobei das estnische Unternehmen sowohl individuelle Wünsche als auch Großprojekte bedient.
CAD-Zeichnung und Handwerk
Der Wandel von Handarbeit zur Automatisierung begann Anfang der 2000er Jahre. Damals entwickelte sich auch der Treppenbau zum Schwerpunkt des Unternehmens, getrieben von wachsendem Export. Es fehlte bloß eine Software, die sich an bestehende Prozesse anbinden ließ. Auf der Ligna lernte das Team dann Compass kennen – eine Begegnung, die den Grundstein für die weitere Entwicklung legte. Doch vorerst nutzte Aru das Programm nur zur CAD-Konstruktion und fertigte die Treppen weiterhin von Hand.
Wachstum mit acht CNC-Maschinen
Mit wachsendem Bedarf kamen dann CNC-Maschinen hinzu und die Fertigung digitalisierte sich schrittweise. In den letzten fünfzehn Jahren stieg so der Umsatz von rund einem auf 7,3 Millionen Euro – ein Wachstum von 600 Prozent. Heute lenken acht CNC-Maschinen unterschiedlicher Hersteller die Produktion, alle zentral gesteuert über Compass. „Ein großer Vorteil der Software ist, dass wir uns nicht auf einen einzigen Maschinenhersteller beschränken müssen“, erklärt Aru-Inhaber Juhan Viise. „So können wir für jede Aufgabe die richtige Maschine wählen und effizient bleiben.“ Der VCMC-HZ spannt Werkstücke seitlich. Sein beidseitiger Anschlag senkt Rüstzeiten und steigert die Leistung. Vier Spannhöhen und die Wahl zwischen Druckluft oder Mechanik garantieren Anwendern maximale Flexibilität. ‣ weiterlesen
Mehr Platz auf Konsolentischen

Digital zur Materialeffizienz
Die nahtlose Integration mit verschiedenen Maschinen stellt reibungslose Abläufe sicher. Nach einer halbjährigen Testphase traten nur noch selten Fehler auf, erinnert sich Viise. Die Digitalisierung half zudem, Material effizienter zu nutzen: Durch präzise Arbeitsabläufe verringert Aru Ausschuss und verbessert den Materialeinsatz. So ist jeder Treppenteil per RFID-Chip registriert, was die Rückverfolgung vereinfacht und Qualitätskontrollen unterstützt. Auch die Zusammenarbeit mit einem estnischen Partner von Compass spielt eine Rolle: Viise schätzt Vertrieb, Entwicklung und Service – und vor allem die Menschen dahinter.
Wachstum zwischen Partnern
Über die Hälfte seiner Treppen verkauft Aru in die Niederlande, nach Dänemark, Norwegen und Schweden, aber auch nach Kanada und Japan. Die Compass-gestützten Prozesse setzen Treppenstile sowie Anforderungen der weltweiten Kunden um – bis zu 95 Prozent aller Anforderungen. Und auch für kleinere Treppenbauer kommt das System infrage: Sie können ihre Entwürfe digital an Aru weitergeben. „Wir helfen unseren Partnern beim Wachsen, und damit wachsen auch wir“, sagt Viisu.

Treppen online konfigurieren
Diese Unterstützung umfasst sowohl die Produktion als auch die Montage. Neuen Partnern empfiehlt Aru ausdrücklich die Compass-Software. Damit stellt das Unternehmen eine nahtlose Integration sicher, denn die Entwürfe gelangen ohne Umwege in das Produktionssystem. Für die kleineren Unternehmen bedeutet das eine stärkere Präsenz am Markt. Und auch für Endkunden denkt Aru digital: 2020 führte man mit Stair24 eine Online-Plattform ein, mit der sie Treppen online gestalten können. Das vereinfacht die Bestellung und beschleunigt die Abläufe weiter.
Stufenweise zur Zukunft
Im Betrieb liegt Aru Wert auf ein gutes Miteinander. Viise kennt jeden Mitarbeiter persönlich, was ein freundliches und offenes Arbeitsklima schafft. Besonders: der hohe Frauenanteil in der Fertigung. Damit stellt sich Aru zeitgemäß auf. Diese Offenheit zeigt sich auch im Digitalansatz: Aru evaluiert derzeit Zusatzangebote wie den Online-Konfigurator von Compass.















