Welches Lager für welches Werkstück?

04 Kragarmregale
Aus Kragarmregalen sind Bretter und Leisten leicht entnommen. – Bild: Gebrüder Schulte GmbH & Co. KG

Wer Platten stehend lagern will, nutzt meist Weitspann- oder Palettenregale. Hier liegt die Platte nahezu vollflächig an, ohne sich zu verziehen, und ein Kantenschutz beugt Schäden an den Kanten vor. Zugleich ermöglicht die Schrägstellung eine bequeme Entnahme – einfacher als das Handling vom Boden oder aus flachen Stapeln. Große Stückzahlen oder Sonderformate wiederum lagert man meist liegend. Hier sind Bockregale gesetzt, aber auch modulare Fachboden-, Weitspann oder Kragarmregale. Entscheidend: die gleichmäßige Lastverteilung sowie die ans Material angepasste Ebenenhöhe. Modulare Systeme lassen sich außerdem nachträglich an unterschiedliche Plattenstärken, -maße und -gewichte anpassen. Eine Kennzeichnung nach Materialart, Stärke und Verwendung verringert Suchzeiten und verhindert unnötiges Umstapeln.

 Um Latten und Balken zu lagern, nutzt eine Schreinerei 
ein Schulte-Wabenregal, das genau zur Hallenstruktur passt.
Um Latten und Balken zu lagern, nutzt eine Schreinerei ein Schulte-Wabenregal, das genau zur Hallenstruktur passt. – Bild: Gebrüder Schulte GmbH & Co. KG

Profillager- und Kragarmregale für Latten

Längere Hölzer und Latten stellen besondere Anforderungen an Übersicht und Zugriff: Gefragt ist eine getrennte, sortenreine Aufnahme verschiedener Querschnitte und Längen. Das bieten Profillager- und Kragarmregale. Sind die Regalmodule an die maximale Länge angepasst, erleichtert das die Orientierung und verhindert, dass Ware übersteht oder unkontrolliert aufliegt. Für empfindliche oder leichte Hölzer bieten sich dagegen Wabenregale an – aber auch für Zubehör wie Dichtungen oder Schienen. Denn in den einzelnen Waben lässt sich verschiedenes Langgut sicher und übersichtlich lagern, selbst bei wenig Platz. Solche Sonderlösungen hat der Hersteller Schulte bereits in einigen Hallen eingebaut. Hier schaffen sie Ordnung bei hoher Materialvielfalt und verringern Schäden durch Druck oder Verkanten.

Ergonomie und Platz mit Wabensystemen

Auf den ersten Blick scheint es wirtschaftlich, Lagerfläche möglichst dicht zu belegen. Praktisch führt das jedoch oft zu mehr Kraftaufwand, längeren Zugriffszeiten und beschädigter Ware. Schräg gestellte Profillagerregale oder Wabensysteme erlauben es, Waren rückenschonend zu entnehmen, ohne schwere Werkstücke zu verschieben oder aus ungünstigen Höhen zu heben. Die Gangbreiten plant Schulte dafür nach maximalen Längen statt nach durchschnittlichen – und verhindert so Engpässe im Alltag. Ebenso wichtig: klar bestimmte Lastgrenzen, stabile Aufstellflächen und genug Platz für Transportwagen oder Hebehilfen. Wer die Lagerstruktur früh in die Werkstattplanung einbezieht, verkürzt Arbeitswege und senkt Sicherheitsrisiken.

 In Profillagerregalen finden Platten und Langgut in verschiedenen 
Abmessungen Platz. Die geneigte Aufstellung erleichtert die Entnahme.
In Profillagerregalen finden Platten und Langgut in verschiedenen Abmessungen Platz. Die geneigte Aufstellung erleichtert die Entnahme. – Bild: Gebrüder Schulte GmbH & Co. KG

Struktur für Brandschutz und Sicherheit

In der Holzbearbeitung ist Brandschutz ein wesentlicher Teil jeder Lagerplanung. Zwingend sind Abstände zu Wärmequellen, genug Belüftung, Trenner zwischen Warengruppen sowie die Einhaltung zulässiger Lasten. Zugleich müssen Regalsysteme dem Arbeitsschutz entsprechen, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten. All das bedeutet: Strukturierte Lagerung ist mehr als nur Materialaufbewahrung. Sie schützt empfindliche Werkstoffe, erleichtert Handling und verbessert Abläufe. Ob Bockregal für Platten, Profillager für lange Hölzer oder individuell angepasste Waben – das System muss sich an Material, Raum und Prozessen orientieren. Wer Lagertechnik als Teil der Prozesskette versteht, schafft neben Ordnung auch Effizienz im Alltag.