Standhaft im Spänesturm

 Die Kugelgewindetriebe sind als gerollte, gewirbelte und geschliffene Ausführungen verfügbar.
Die Kugelgewindetriebe sind als gerollte, gewirbelte und geschliffene Ausführungen verfügbar.Bild: Dr. Erich Tretter GmbH & Co.

Sägen, Fräsmaschinen und CNC-Zentren arbeiten oft unter rauen Bedingungen: Staub, Abrieb und Späne lagern sich überall dort ab, wo sie Angriffsflächen finden. Für die Antriebstechnik ist das schwierig, weiß Felix Scherer: „Schon kleinste Partikel im Gewinde können den Lauf einer Spindel stören, den Verschleiß erhöhen und letztlich die Positioniergenauigkeit gefährden.“ Der Produktmanager bei Dr. Tretter weiß daher: Die Komponenten müssen langlebig sein und auch unter rauen Bedingungen präzise und vibrationsarm arbeiten.

 Beim Hartwirbeln gelangen die Kugellaufbahnen spanabhebend in das Spindelmaterial.
Beim Hartwirbeln gelangen die Kugellaufbahnen spanabhebend in das Spindelmaterial.Bild: Dr. Erich Tretter GmbH & Co.

Gewirbelt statt geschliffen oder gerollt

Dr. Tretter aus Rechberghausen bietet dafür Kugelgewindetriebe, die eigens für Umgebungen mit starker Verschmutzung entwickelt sind. Anders als bei geschliffenen oder gerollten Spindeln, verwendet das Unternehmen ein Verfahren namens Hartwirbeln. Es verändert die Oberfläche und Sicherheit spürbar. Mit ihrem Fokus auf Linear- und Antriebstechnik bündeln Dr. Tretter und IGT ihre Fertigung – von der Beratung bis zur Herstellung von Gewindetrieben.

Laufbahnen in gleichmäßiger Oberfläche

Beim Hartwirbeln handelt es sich um ein spanabhebendes Verfahren: Die Kugellaufbahnen entstehen in gehärtetem und geschliffenem Spindelmaterial. Ein ringförmiges Werkzeug mit Hartmetallschneiden rotiert um das Werkstück und trägt Material ab. So lassen sich Steigungsgenauigkeiten von T5 im Standard und bis T3 auf Anfrage erreichen. Ergebnis: Gewinde mit exakter Kontur und gleichmäßiger Oberfläche. Dr. Tretter bearbeitet verschiedene Werkstoffe, darunter auch rostbeständige Metalle. Die Kugelprofile der Muttern passen exakt zu den Spindeln. Die Enden bearbeitet das Unternehmen nach Kundenzeichnung. Denn: „Mit dem Hartwirbeln sind wir flexibel, was Größen, Längen und Geometrien angeht“, sagt Scherer.

 Ein Merkmal der gewirbelten Spindeln ist das gotische Gewindeprofil ohne Schleifrille oder Walzansatz.
Ein Merkmal der gewirbelten Spindeln ist das gotische Gewindeprofil ohne Schleifrille oder Walzansatz.Bild: Dr. Erich Tretter GmbH & Co.

Gotisches Gewindeprofil ohne Schleifrille

Ein typisches Merkmal der gewirbelten Spindeln ist ihr gotisches Gewindeprofil ohne Schleifrille oder Walzansatz. Diese Merkmale können wie ein Staubfänger wirken. Ohne sie lassen sich Nachteile vermeiden: Selbst bei hohen Vorschubgeschwindigkeiten bleibt der Bewegungsablauf gleichmäßig. Kleine Ablagerungen erhöhen sonst die Reibung – mit Folgen wie Laufunruhe oder Blockaden. „In der Holzbearbeitung ist das ein Faktor für robuste und prozesssichere Antriebselemente“, erklärt Scherer. Denn die gewirbelten Kugelgewindetriebe weisen Oberflächen auf, an denen sich kaum Partikel festsetzen. Zugleich erleichtern sie die Reinigung.

Zubehör für verschiedene Anwendungen

Zusätzlich zu den gewirbelten Kugelgewindetrieben bietet Dr. Tretter verschiedene Lagereinheiten und Abstreifer. Diese Komponenten schützen die Spindelmutter und die Kugellaufbahnen vor Staub, Schmutz und Spänen. Je nach Anwendung kommen verschiedene Materialien und Bauformen zum Einsatz. Dr. Tretter fertigt sowohl Einzelstücke nach Sondermaß als auch Serienkomponenten in standardisierten Abläufen. Die gewirbelten Kugelgewindetriebe arbeiten auch unter schweren Bedingungen präzise und stabil. Für Anwender heißt das: weniger Wartung, längere Lebensdauer und gleichbleibende Ergebnisse.