Corona-Konjunkturprogramme

Holzindustrie plädiert für branchenübergreifendes Gesamtkonzept

Anlässlich des heute tagenden Koalitionsausschusses wandte sich Johannes Schwörer, Präsident der Deutschen Holzindustrie (HDH), in einem Brief an die Koalitionsmitglieder und plädierte für universelle und zielgenaue Konjunkturmaßnahmen, die nicht nur einzelne Industriezweige berücksichtigen: “Klimaschutz und Konjunktur schließen sich nicht aus. Aber nur durch die Förderung nachhaltiger und langfristiger Wirtschaftsweisen wird es gelingen, Wachstumsimpulse und Klimaziele wirkungsvoll miteinander zu verzahnen”, so Schwörer.

Für Schwörer bieten insbesondere regionale Wertschöpfungsketten großes Potential für nachhaltige Investitionen, die besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen helfen könnten. “Die Corona-Krise hat uns die Abhängigkeit globaler Lieferketten vor Augen geführt. Regionale Wertschöpfungsketten müssen ausgleichend gestärkt und auf Krisenfestigkeit geprüft werden.” Der HDH-Präsident plädiert für eine Angleichung der Lebensverhältnisse von Stadt und Land: “Insbesondere für die Ansiedlung der mittelständischen Wirtschaft weist der ländliche Raum viele Vorteile auf. Es müssen nun Voraussetzungen für eine belastbare (soziale) Infrastruktur für Unternehmen und Mitarbeiter geschaffen werden.“

Immense CO2-Einsparpotentiale sieht Schwörer im Baubereich. Angesichts des Green Deals und der nationalen Klimaziele müsse überdacht werden, wo das angestrebte Minus an CO2 herkommen soll. “Ein Instrument bietet das Bauvolumen in Deutschland. Denn lediglich rund vier Prozent des mehrgeschossigen Wohnungsbaus werden aus Holz gefertigt. Es gilt, eine digitale Verwaltungsstruktur für effiziente Baugenehmigungsverfahren zu schaffen. Der emissionsreiche Baubereich muss insgesamt durch eine technologieoffene Herangehensweise bei der Sanierung von Bestandsgebäuden und der Bereitstellung CO2-armer Bauprodukte nachhaltig weiterentwickelt werden”, schließt Schwörer.

Thematik: Allgemein
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