
Die Einschubmarkierung auf dem Werkzeugschaft ist lediglich eine normierte Mindesteinspannlänge. Um mit Werkzeugen wie Fräsern jedoch bestmöglich zu arbeiten, empfiehlt es sich, die gesamte Spannfläche in das Spannsystem einzuführen. Denn eine ausreichende Einspannlänge gewährleistet die solide und sichere Aufnahme des Werkzeugs. Der feste Halt verringert Vibrationen und ermöglicht präzise Bearbeitung. Zudem führt die stabile Spannung zu einer besseren Oberflächenqualität des Werkstücks, da Schwingungen und Abweichungen im Rundlauf reduziert werden. Dagegen verursacht eine zu kurze Einspanntiefe höhere Vibrationen – und das Werkzeug kann schneller brechen. Außerdem verhindert die höhere Spannkraft der tiefen Einspannlänge, dass sich das Werkzeug löst, herausfällt oder abrutscht. Das verbessert die Sicherheit von Bediener und Maschine. Darüber hinaus verteilt sich die Belastung auf das Werkzeug gleichmäßiger und verlängert so dessen Lebensdauer.
Spezifikationen beachten
Die Kennzeichnung der Mindesteinspannlänge von Schaftwerkzeugen für die Holzbearbeitung ist in der Norm EN 847-2 festgelegt. Sie bestimmt, welche Fläche am Schaft mindestens für den sicheren Betrieb eingespannt sein muss. Qualitäts- und Standzeitoptimierungen enthält die Kennzeichnung jedoch nicht. Werkzeugschaft und Spannmittel gehören zusammen wie Schlüssel und Schloss. Daher müssen bei der Mindesteinspannlänge auch immer die Spezifikationen der Spannmittel berücksichtigt werden. So sind die Mindesteinspanntiefen der meisten Spannmittel größer als die des Schafts. Der Grund: Die Spannkraft wird nicht immer im vordersten Teil der Aufnahme aufgebracht. Werden Werkzeuge also nur nach den Angaben auf ihnen angebracht, erreichen sie die Mindesteinspanntiefe im Spannmittel nicht. Für bestmögliche, fehlerfreie Ergebnisse sollte der Schaft daher so weit wie möglich in die Aufnahme eingeführt werden. Eine zu tiefe Einführung ist nur dann gegeben, wenn die Spannfläche der Aufnahme frei liegt und verschmutzt werden kann. Der VCMC-HZ spannt Werkstücke seitlich. Sein beidseitiger Anschlag senkt Rüstzeiten und steigert die Leistung. Vier Spannhöhen und die Wahl zwischen Druckluft oder Mechanik garantieren Anwendern maximale Flexibilität. ‣ weiterlesen
Mehr Platz auf Konsolentischen
Ausnahme Spannzangenfutter
Besonders bei dieser Spannvariante: Mit dem Anziehen der Spannmutter wird die Spannzange nach hinten in einen Kegel gezogen. Um dafür ausreichend Platz zu lassen, sollte der Schaft hier nicht bis zum Anschlag eingesetzt werden, sondern mit einem Abstand von etwa 2mm. Das sichert eine optimale Fixierung. Zu bedenken ist, dass das Futter zwar eine einfache und günstige Spannlösung ist, aber die schlechteste Rundlaufgenauigkeit besitzt – mit etwa 0,02mm und weniger Spannkraft verglichen mit anderen Systemen. Auch werden weitere präzise Spannzangen über ihre Nutzungsdauer hinweg ungenauer und sollten daher regelmäßig ausgetauscht werden. Hochwertige Varianten wie Hydrodehn-, Warmschrumpf- oder Tribos-Spannfutter hingegen bieten eine präzisere Schaftaufnahme – und ermöglichen daher genauere Arbeiten und längere Haltbarkeit. Auch nach vielen Betriebsstunden behalten sie ihre Rundlaufgenauigkeit von ca. 0,002 bis 0,003mm.
Sauberkeit entscheidet
Staub und Schmutz können den Halt ebenfalls beeinträchtigen. Daher empfiehlt es sich, Werkzeug und Spannvorrichtung regelmäßig zu reinigen. Fazit: Die Mindesteinspannlänge bezeichnet nur die Mindestanforderung. Die optimale Einspannlänge jedoch ist so groß wie möglich – und sichert die Qualität von Arbeit und Ergebnis.















