
Die deutsche Möbelindustrie hat 2025 rund 15,8 Milliarden Euro umgesetzt – also 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit verzeichnet die Branche im dritten Jahr in Folge rückgängige Umsätze. Der Inlandsumsatz sank um 4,4 Prozent auf etwa 10,4 Milliarden Euro. Im Auslandsgeschäft war das Minus geringer: mit 1,2 Prozent auf rund 5,4 Milliarden Euro. Laut Umfrage des Verbands der deutschen Möbelindustrie plant ein Drittel der befragten Betriebe im ersten Quartal 2026 Kurzarbeit.
Gründe für Negativtrend
Jan Kurth, Geschäftsführer des Verbands, nennt als Gründe die anhaltend schwachen Käufe sowie den seit Jahren rückläufigen Wohnungsbau. Kurth sieht die Politik in der Pflicht, Maßnahmen einzuleiten, um den Wohnungsbau zu beleben. Ein konjunktureller Aufschwung durch die jüngsten Baugenehmigungen seien frühestens ab 2027 zu erwarten.
Außenhandel und Wettbewerbsdruck
Zudem belaste die US-Zollpolitik weiterhin die deutschen Möbelhersteller, berichtet Kurth: Unter den Einfuhrzöllen leiden die Exporte in die USA. Zugleich steige der Preisdruck auf dem deutschen Markt, da chinesische Hersteller verstärkt nach Europa exportieren. Das verschärfe den Wettbewerb.
Entwicklung in den Branchen
Die Küchenmöbelindustrie erzielte 2025 einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro – ein leichter Rückgang von 0,3 Prozent. Büro- und Ladenmöbelhersteller erwirtschafteten mit 4,2 Milliarden Euro 2,7 Prozent weniger als 2024. Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel kamen auf 4,7 Milliarden Euro und verzeichneten ein Minus von 5,5, Prozent. Die Polstermöbelbranche meldete einen Umsatzrückgang von 7,2 Prozent auf 873 Milliarden Euro.
Beschäftigung und Ausblick
In den 398 Betrieben der Branche mit über 50 Beschäftigten waren im Jahresdurchschnitt über 68.000 Personen tätig – rund vier Prozent weniger als im Vorjahr. Mit Blick auf das laufende Jahr ist Kurth vorsichtig optimistisch: „Im ersten Halbjahr rechnen wir mit einer Stabilisierung des Umsatzes auf dem Vorjahresniveau.“ Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Verband einen Umsatz mindestens auf Vorjahreshöhe. Auch ein leichter Zuwachs sei denkbar, dann aber im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
















