Kleiner Antrieb mit großem Dreh

Von SEW-Motoren werden selten derart niedrige Umdrehungszahlen gefordert. Die geringe Geschwindigkeit forderte die Techniker ein wenig heraus. Sie wählten einen dreiphasigen Stirnrad-Doppelgetriebe-Asynchronservomotor aus, der mit einer hohen Gesamtübersetzung aus insgesamt sechs Getriebestufen das Haus bewegt. Gemeinsam mit dem passenden Frequenzumrichter Movidrive ergibt sich ein für die Anwendung optimales Antriebssystem. Über den gesamten Drehzahlbereich wird somit eine größtmögliche Laufruhe erreicht. Er ist in einem Schaltschrank in der Nähe des Getriebemotors im Keller des Gebäudes verbaut. Später stellte sich heraus, dass aufgrund von Motorgeräuschen einige Umrichterparameter geändert werden müssen. Schiwek wandte sich an den Service von SEW-Eurodrive, Vertriebsingenieur Carlo Grauel reagierte sofort und beauftragte einen Serviceingenieur. Per Fernwartung optimierte er die Reglereinstellungen für die zufriedenen Kunden.

Nachhaltige Baumaterialien…

Zum Hauseingang gelangt man über eine sanft ansteigende Rampe, auf der Holzhackschnitzel ausgelegt sind. Ihretwegen kann Regenwasser im Boden versickern – und die Schuhe bleiben sauber. Beim Eintritt in das Haus steigt einem angenehmer Holzduft in die Nase. Innen ist es behaglich, denn das gesamte Gebäude ist aus Holz gebaut. Die Basis dafür sind abgerundete Holzbalken, für die die Bauherrschaft beim österreichischen Unternehmen Rubner fündig wurde. Die Innenverkleidung besteht aus OSB-Holzleichtbauwänden mit zwei Prozent Leimanteil. Anschließend wurden die Wände mit Lehm verputzt, gekalkt und danach mit Eisenoxid als Pigment versehen. So entstand eine stark alkalische Wand, die weder Bakterien noch Pilze eine Chance bietet. Beim Einbau des Mobiliars war Schiwek ebenfalls einfallsreich: Statt Kleiderschränke auf Maß anfertigen zu lassen, sägte er die Füße von Standardschränken ab, damit sie in die schrägen Zimmer passen.

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Astrid Rohde und Olaf Schwiek haben das nachhaltige, drehbare Haus gemeinsam geplant und umgesetzt. – Bild: SEW-Eurodrive GmbH & Co KG

…und effiziente Warmwasserversorgung

Auf der ersten Etage befindet sich eine offene Küche, die mit einem Vorratsraum verbunden ist. Hier ist der 1.000 Liter fassende Wasserspeicher eingebaut. An den Essplatz mit Ausblick schließt sich das Wohnzimmer an, es wird durch einen wasserführenden Kaminofen beheizt. Der Hobbykonstrukteur achtet auf nachhaltige Energieumwandlung und setzt einen Ofen mit Holzvergaserbrenntechnik ein. Dabei strömen die Abgase aus dem Holzfeuer zurück in den Ofen, werden dort mit zusätzlichem Sauerstoff verwirbelt und erneut verbrannt. Bei Temperaturen von 1.200 bis 1.500 Grad Celsius oxidieren alle vorhandenen Kohlenwasserstoffe zu CO2. Besonders an dieser Technik: Im reinen Kaminzug erzielt man einen stabil brennenden Sturzbrand – ohne Abgasgebläse und somit ohne störende Geräusche. Der Ofen hat eine hohe Heizleistung und speist über einen Wärmetauscher ca. 80 Prozent der Energie in die Warmwasserversorgung.

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