Weitsichtig nachhaltig geplant

Ein Schlaf- und ein Gästezimmer sowie ein Bad komplettieren die Einrichtung dieses Stockwerks. Über eine Wendeltreppe gelangt man in die obere Etage. Eins der oberen Zimmer ist das Arbeitszimmer von Schiwek. In der Freizeitecke kann man durch die Dachfenster in der Nacht die Sterne betrachten. Das Haus bietet Platz für zwei Erwachsene und mehrere Kinder – nachhaltig wohnen geht also auch als Familie. Das Paar hat weitsichtig geplant. „Sollten wir im Alter nicht mehr so mobil sein, würden wir das obere Stockwerk stilllegen. Aber das untere ist so konzipiert, dass alle Räume bequem mit einem Rollstuhl befahrbar sind. Denn alle Türen sind 90 Zentimeter breit und die Räume rollstuhlgerecht nutzbar“, führt der Hausbesitzer aus. Auch die Rampe zum Hauseingang könne Rollstuhl gerecht umgebaut werden. Denn jeder Umzug sei hinsichtlich der Nachhaltigkeit schwierig – sozial, ökonomisch und ökologisch.

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Der Blick von oben zeigt den Wohnbereich, der durch die Holzbauweise eine große Behaglichkeit ausstrahlt. – Bild: SEW-Eurodrive GmbH & Co KG

Ein Blick in den Maschinenraum

Vor dem Holzofen befindet sich eine gläserne Funkenschutzplatte, durch die man in das Untergeschoss des Hauses blicken kann: in den Maschinenraum. Dort hinein gelangt man über eine Luke. Dazu entfernt Schiwek zwei Bodendielen und einen Balken. Das aktiviert ein Sicherheitselement, das wiederum einen Eingang im Frequenzumrichter bedient und damit den Safe Torque Off aktiviert, damit sich das Haus nicht unkontrolliert bewegt und sich keine Person verletzt. In der Mitte des Kellers ist die Technik sichtbar, mit deren Hilfe sich das Haus dreht, dort verrichtet der Stirnrad-Doppelgetriebe-Servomotor von SEW-Eurodrive seine Aufgabe. Mit wenigen Umdrehungen pro Minute bewegt er das Antriebsritzel und somit den Zahnkranz und das Haus. Hier unten laufen alle Anschlüsse zusammen: Man erreicht sämtliche Elektrokabel, Wasser- und Heizungsleitungen. Das Abwasser läuft in der Mitte in einem Rohr im Rohr ab. Auch der Wärmetauscher für die Lüftungsanlage ist von hier aus zugänglich.

Kontrollierte Wohnraumlüftung unter grünem Dach

Schiwek hat sich viele Gedanken um Nachhaltigkeit gemacht und nichts dem Zufall überlassen. Dabei achtete der Hobby-Konstrukteur auf kleinste Details und machte sich Synergieeffekte zunutze. So auch bei der Klimatisierung: Auf dem Grundstück fällt ein kleiner Turm aus Metall auf, die kontrollierte Wohnraumlüftung, also ein Wärmetauscher. Das Haus muss nicht gelüftet werden, was sich positiv auf die Energiebilanz auswirkt. Frischluft wird von außen über die KWL angesaugt, Abluft über einen Kreuzwärmetauscher nach außen abgegeben. Um die Frischluft zu erwärmen, nutzen die Hauseigentümer zusätzlich die Bodenerdwärme über die Zuluft durch den Boden vom Ansaugturm im Garten. Das Hausdach ist mit Blühpflanzen begrünt, die für Kühlung durch Wasserverdampfung und somit für ein angenehmes Wohnklima sorgt. Eine Pumpe bewässert die Dachbepflanzung mit Regenwasser aus einer Zisterne. Die Schläuche, die von der Dachrinne das Regenwasser ableiten, drehen sich mit dem Haus. Apropos Dach: Hier ist ein kleines Windrad angebracht, das Strom erzeugt – vor allem im Winter. Eine weitere Energiequelle ist eine Photovoltaikanlage auf der Wellblechgarage.

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Der Stirnradgetriebmotor RF127 R77 DRL71 von SEW-Eurodrive bewegt das Antriebsritzel mit wenigen Umdrehungen pro Minute. – Bild: SEW-Eurodrive GmbH & Co KG

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