Ganzheitliches Energiekonzept:

Absaugtechnik auf kleinstem Raum

Leuchtturmprojekte verfügen über eine besondere Strahlkraft und üben eine große Signalwirkung aus. Die Handwerkskammer in Trier realisierte ein solches Projekt mit dem Neubau ihres Berufsbildungs- und Technologiezentrums (BTZ): Das erste dieser Art mit Passivhausstandard. Einen kleinen, aber nicht unerheblichen, Anteil an dem beispielhaften Gebäude mit der besonderen Baukonstruktion und Vorbildcharakter hat das intelligente Absaugkonzept von Schuko, dem Spezialisten für saubere Luft.
 Stationäre Entstauber der Baureihe Vacomat N-1000 von Schuko sind effiziente Filteranlagen für den Innenbereich.
Stationäre Entstauber der Baureihe Vacomat N-1000 von Schuko sind effiziente Filteranlagen für den Innenbereich.Bild: Schuko Kirchberg

Bundesweit hat die Handwerkskammer mit dem Neubau ihres Berufsbildungs- und Technologiezentrums am Standort Trier erstmals für ein BTZ den Passivhausstandard erreicht. Voraussetzung dafür war – neben dem Gebäudeentwurf – das ganzheitliche Energiekonzept. Ein bedeutender Faktor spielt dabei das Absaugkonzept innerhalb der neuen Schreinereiräume. Die Absaugung gilt im Allgemeinen als einer der größten Stromverbraucher in einem Betrieb. Speziell für dieses Objekt wurde eine raffinierte Lösung zur maximalen Einsparung von Energie entwickelt. Zur praktischen Umsetzung der Pläne entschied sich die Handwerkskammer aufgrund erfolgreich umgesetzter Referenzprojekte in der Vergangenheit für eine erneute Zusammenarbeit mit dem Absaug-, Oberflächen- und Filtertechnik-Spezialisten Schuko aus Bad Laer.

Platzierung auf kleinstem Raum

Die benötigten Luftmengen zur Absaugung sämtlicher Holzbearbeitungsmaschinen innerhalb der unterschiedlichen Ausbildungsräume sprachen für eine große Filteranlage, inklusive der kompletten Sicherheitstechnik hinsichtlich der Brand- und Explosionsgefahr. Eine Außenaufstellung ist normalerweise für eine solche Anlage die Regel. Nach gemeinsamer, gründlicher Prüfung der Kundenanforderungen und der örtlichen Voraussetzungen kam diese Lösung jedoch nicht in Frage. Zudem verfügt eine außen aufgestellte Filteranlage im Vergleich zu einer Innenaufstellung energetisch gesehen über ehebliche Defizite – und genau diese sollten vermeiden werden. Es gibt zwar leistungsstarke mobile Entstauber zur Innenaufstellung mit einer Luftleistung von bis zu 10.000m³/h, doch diese Standardgeräte sind in der Regel weniger anpassungsfähig, haben begrenzte Filterflächen und hätten im vorgesehenen Innenraum keinen Platz gefunden.

Das Schuko Produktprogramm bietet für solche Fälle mit den stationären Entstaubern der Baureihe Vacomat N-1000 eine besondere Lösung. Die kleine Filteranlagen beruhen auf der Technik der mobile Entstauber und sind damit für die Innenaufstellung zugelassen. Diese Entstauber-Baureihe lässt sich flexibel nach den jeweiligen Kundenanforderungen zusammenstellen und benötigt nur eine geringe Stellfläche von 1.520 x 1.520mm. Die Platzverhältnisse des vorhandenen Filterraumes waren dafür ausreichend. Drei Geräte fanden nebeneinander Platz und sind 2019 montiert worden. Seit der Inbetriebnahme laufen die Anlagen einwandfrei und werden jährlich von Schuko-Technikern gewartet. Für den im vergangenen Jahr fertig gestellten zweiten Maschinenraum installierte das Unternehmen aus Bad Laer einen weiteren stationären Entstauber vom gleichen Typ.

Für das energiesparende Gesamtkonzept wurde auf frequenzgeregelte Ventilatoren sowie Energiesparschieber und möglichst kurze Rohrleitungswege gesetzt – ein weiterer Vorteil der Innenaufstellung. Jede Anlage ist mit einer gut sichtbaren LED-Ampelleuchte ausgestattet, sodass der Betriebszustand oder mögliche Störungen direkt sichtbar werden. Zudem sind die Betriebszustände nicht nur am Bedienpult über die hochmoderne Steuerung einsehbar, sondern auch über eine Internetverbindung. So kann der Ausbildungsmeister allen Teilnehmern die Gesamtfunktionen über das Smartphone, Tablet oder am Whiteboard zeigen und zusammen mit ihnen die Anlagen steuern.

Architekten für saubere Luft

Schuko Absaug- und Filteranlagen sorgen in Handwerks- und Industrieunternehmen der Holz-, Kunststoff-, Papier- und Metallbranchen seit über 50 Jahren für saubere Luft in der Produktion und am Arbeitsplatz. Die Produktpalette erstreckt sich von fahrbaren Absauggeräten und mobilen Entstaubern, über stationäre Absaugtechnik bis zu Zyklonen und großen Industriefilteranlagen. Für das abgesaugte Spänematerial werden unterschiedliche Entsorgungsmöglichkeiten angeboten: Spänesammeltonnen, BigBag-Austragung, Containerbefüllung, Silo- und Brikettierpressen-Beschickung. Leistungsstarke Zerkleinerungsmaschinen sowie neuartige Brikettierpressen dienen der platzsparenden Lagerung von Alt- und Restholz. Für die Oberflächenbearbeitung liefert Schuko Farbnebelabsauglösungen und ergonomische Schleiftische. Bei Schuko kommt alles aus einer Hand: Beratung, Planung, Herstellung, Anlieferung, Montage, Inbetriebnahme, Wartung und Bedienerschulung.

 Optimale Raumausnutzung - drei stationäre Schuko Vacomaten N-1000 Entstauber mit 
Brikettierpresse (rechts) im BTZ Trier.
Optimale Raumausnutzung – drei stationäre Schuko Vacomaten N-1000 Entstauber mit Brikettierpresse (rechts) im BTZ Trier.Bild: Schuko Kirchberg

Ein gemeinsames Entsorgungssystem

Der linke Entstauber auf dem Bild ist für die Absaugung der CNC-Maschine zuständig. Der mittlere saugt die Standardmaschinen aus dem Hauptmaschinenraum ab. Um die Wärmeenergie der abgesaugten Luft nicht zu verlieren, wird sie als gefilterte Rückluft zu 100 Prozent über Rückluftkanäle wieder in den Werkraum zurückgeführt. So kann ein zusätzlicher Heizaufwand vermieden werden. Der rechte Entstauber saugt den Zuschnittbereich ab, der sich in einem separaten Raum befindet. Auch hier wird der energetisch wertvolle Rückluftaustausch genutzt.

Alle Entstauber haben als Entsorgungssystem die effiziente und bewährte Schuko-Brikettierpresse, Typ Compacto CT 800 S-20. Bei dem linken und dem mittleren Entstauber dient der Unterbau als Lagerspeicher. Das Material verbleibt so lange im Filter, bis über die jeweiligen Füllstandsmelder ein Signal an den dritten, rechten Entstauber zur Entsorgung gegeben wird. Über den Ventilator dieses Entstaubers wird anschließend das Material, welches die ATEX Zellenradschleusen aus den beiden anderen Entstaubern heraustragen, abgesaugt und in den dritten Entstauber gefördert. Von hier erfolgt dann der Materialaustrag in die Brikettierpresse.

Die Aufstellung eines vierten Entstaubers erfolgte später aus Platzgründen direkt im zweiten Maschinenraum. Auch diese Anlage ist an das Entsorgungssystem des dritten Entstaubers angeschlossen, sodass sämtlicher Materialabfall der Schreinereiabteilung über nur eine Brikettierpresse entsorgt wird.

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