Holzkunst Holocher

Kollaborative Roboter

Vollholzmöbel-Fertigung und modernste Roboter-Lösungen - im Handwerksbetrieb Holocher im malerischen Waltenhofen im Allgäu zeigt sich, wie sich diese beiden Elemente erfolgreich kombinieren lassen. Die kollaborative Robotik-Lösung von TQ übernimmt monotone, körperlich anstrengende Prozesse wie etwa das Leimen von Holzelementen. Die Mitarbeitenden können sich jetzt verstärkt um das Design, die Qualitätssicherung und die Feinarbeiten kümmern.
 Der kreative Meisterbetrieb fertigt auch Spiel- und Kletterbögen für Kinder - bestehend aus nachwachsenden, heimischen Hölzern.
Der kreative Meisterbetrieb fertigt auch Spiel- und Kletterbögen für Kinder – bestehend aus nachwachsenden, heimischen Hölzern.Bild: TQ-Systems GmbH

Welchen Erfolg seine Geschäftsideen auslösen würden, hatte sich Elias Holocher, Geschäftsführer des bayrischen Handwerksbetriebs Holzkunst Holocher in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt. Vor rund sechs Jahren gründete er sein Unternehmen, und nun ist er bereits international bekannt als kreativer, innovativer und äußerst erfolgreicher Designer und Tüftler, der aus Massivholz vielbeachtete, nachhaltige Produkte entwirft und diese mit modernsten Techniken wie der innovativen Roboterlösung von TQ realisiert. Er hat schnell erkannt, dass der Einsatz dieser Technik völlig neue Möglichkeiten für den Erhalt der Qualität ‚made in Germany‘ bietet, er damit wettbewerbsfähig bleibt und er zudem Personalengpässen gelassener entgegnen blicken kann.

Zu den bekanntesten Kreationen von Holocher gehört seine innovative Küchen- und Kochinsel, deren Arbeitsplatte sich vollautomatisch auf Zuruf in eine Essgruppe oder Frühstückstheke verwandelt. Alles gebaut aus heimischem Massivholz, ausgestattet mit rund 60 Motoren und bestückt mit hochwertigen Küchengeräten ist die sprachgesteuerte Kochinsel, die sich auch auf kleinsten Raum installieren lässt, europaweit patentiert und äußerst gefragt.

 Der Franka-Emika-Roboter erlernt die verschiedenen zu automatisierenden Bewegungsabläufe per handgeführter, manueller Vorgabe.
Der Franka-Emika-Roboter erlernt die verschiedenen zu automatisierenden Bewegungsabläufe per handgeführter, manueller Vorgabe.Bild: TQ-Systems GmbH

Nachhaltig aus heimischen Hölzern

Das zweite Standbein des kreativen Meisterbetriebs ist die Fertigung von Spiel- und Kletterbögen für Kinder – ebenfalls bestehend aus nachwachsenden, heimischen Hölzern. Zur Produktion der Kletterbögen und des ergänzenden Zubehörs wie Lenkrad und Rutsche gehören unter anderem Holzstäbe, die mittels Holzleim in den dafür vorgesehenen Löchern befestigt werden. Auf Schrauben verzichtet Holocher gänzlich bei seinem Kinderspielzeug, um die Verletzungsgefahr für die spielenden Kinder zu minimieren. Zu jedem der stabilen Kletterbögen – sie sind bis 200kg belastbar – gehören 54 Löcher. Die Herausforderung besteht darin, in jedes dieser Löcher die exakte, optimale Leimmenge zu positionieren. „Wenn die Mitarbeitenden am Tag bis zu 1.000 Löcher mit Leim befüllen, ist das schon ziemlich anstrengend und führt aufgrund der monotonen und kraftzehrenden Arbeit auch schon mal zu Ungenauigkeiten“, erläutert Elias Holocher. Zu wenig Leim bedeutet, dass die Verbindung instabil ist, zu viel Leim dagegen erfordert anschließendes Abschleifen des überflüssigen Leims. Eine zeit- und kostenintensive Tätigkeit, vor allem, wenn eine hochbezahlte Fachkraft diese Arbeit erledigt.Und dies war die erste Aufgabe für die Cobot-Lösung von TQ. „Ein Freund erzählte mir von dem Cobot Franka Emika und den damit verbundenen Möglichkeiten, und ich war sofort begeistert. Schließlich muss man Neues ausprobieren, um weiterzukommen“, erläutert so Holocher.

Vielseitige Bordmittel

Beim anschließenden Besuch bei der TQ-Group entwickelten die Robotics-Experten gemeinsam mit Holocher eine praktische Lösung, über die der Cobot-Greifer den Taster des normalen Leimgebers bedienen kann. Eine aufwändige Entwicklung einer speziellen Leimpistole – wie ursprünglich befürchtet – war somit nicht erforderlich, da der Roboter von Franka Emika schon standardmäßig mit vielseitig einsetzbaren Tools bestückt ist. Der Cobot war innerhalb kürzester Zeit – nur circa vier Wochen nach der Kaufentscheidung – einsatzbereit und übernimmt seitdem das Leimen in optimaler Dosierung.

Der Arbeitsprozess gestaltet sich so: Der Roboter fährt zunächst über die ausgefrästen Bohrungen der Kletterbögen. In jedes der Löcher wird der Leim, der über einen Schlauch aus dem Leimeimer zugeführt wird, mit einer Leimpistole kontrolliert in die 54 Löcher der vier Bögen eingebracht. Dazu betätigt die Cobot-Hand die Standard-Leimpistole, die am Roboterarm montiert ist, mit dem Robotergreifer. So gelangt in jedes Loch die optimal dosierte und gleichbleibende Leimmenge.

„Was uns sofort begeistert hat, war das unkomplizierte Teachen, also das Trainieren des Cobots für die einzelnen Aufgaben. Wir sind keine Programmierer, können den Roboter aber dank der cleveren, selbsterklärenden Apps von TQ trotzdem schnell für weitere Aufgaben einsetzen“, fügt Holocher hinzu. So hat der Cobot beispielsweise während der Weihnachtsfeiertage, in denen sich Holocher und die Mitarbeitenden ihren Familien gewidmet haben, klaglos und kontinuierlich 500 Lenkräder für die Kletterbögen perfekt geschliffen. So macht sich die Cobot-Investition auch in kürzester Zeit bezahlt.

Der eingesetzte Franka-Emika-Roboter kann die verschiedenen, zu automatisierenden Bewegungsabläufe per handgeführter, manuelle Vorgabe lernen und lässt sich ganz einfach und intuitiv über ein Touchdisplay bedienen. Für die Programmierung verschiedener Abläufe (z.B. das Greifen eines Gegenstandes oder Wiederholungen eines Vorgangs) werden anschließend aus einem Menü per Drag&Drop auf dem Laptop verschiedene Apps ausgewählt, angeordnet, und der Roboter führt sie dann aus.

Autor: Robert Vogel, Sales & Business Development Manager, TQ Robotics

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