
Der aktuell fünfzehn Mitarbeiter starke Betrieb war ursprünglich regional tätig, das hat sich im Laufe der Jahre aber geändert – heute kümmern sich die Orgelbauer, Tischler, Pfeifenmacher, Schlosser, Konstrukteure, Intonateure und Bürokräfte der Werkstatt um die Restaurierung oder den Umbau, die Reparatur, Reinigung und Wartung von Orgeln auf der ganzen Welt. Und natürlich um den anspruchsvollen Neubau des von hoher Handwerkskunst geprägten Orgelbaus. Die klangreichen Tasteninstrumente finden sich in Kirchen, konzertanten Aufführungsorten, Universitäten und eher selten auch in Privathaushalten.
„Es gibt nicht ein interessantes Projekt – es sind alle! Die Größen variieren, die Klangvorstellungen divergieren und bezüglich der Ästhetik herrscht eine hohe Variabilität. Jeder Auftrag ist anders, keiner gleicht dem anderen.“ Der Geschäftsführer des Betriebs weiß, wovon er spricht: Er lernte den Beruf des Orgelbauers in der Werkstatt von der Pike auf und erkundete schon während der Ausbildung zur Montage der Instrumente die weite Welt. Nach der intensiven und prägenden Lehrzeit zog es ihn in die Ferne, aus der er schließlich 2023 wieder in leitender Position in den Schoss des Orgelbauers heimkehrte – stets begleitet von seinen beiden treuen Hunden…

Einfach Orgeln bauen
Der Orgelbau ist ein enorm vielseitiges Handwerk. Man arbeitet mit den unterschiedlichsten Materialien wie Holz, Metall, Stoff, Leder, Filz und Kunststoff. Und trotz des interessanten Berufs und der besonderen Ausbildung gibt es Nachwuchsprobleme – es herrscht Mangel an geeigneten und willigen Lehrlingen. Der VCMC-HZ spannt Werkstücke seitlich. Sein beidseitiger Anschlag senkt Rüstzeiten und steigert die Leistung. Vier Spannhöhen und die Wahl zwischen Druckluft oder Mechanik garantieren Anwendern maximale Flexibilität. ‣ weiterlesen
Mehr Platz auf Konsolentischen
„Damit entgeht vielen leider ein ungemein spannender und vielseitiger Beruf“, wie Samuel Schaefer, der agile Showroom-Manager des italienischen Maschinenherstellers Biesse, meint. Und er weiß, wovon er spricht, da er selbst eine Ausbildung zum Orgelbauer absolviert hat. Nach einigen weiteren, lehrreichen Stationen ist er schließlich mit großem Wissensschatz und viel Erfahrung als technisch versierter Showroom-Manager in der deutschen Zentrale des Maschinen- und Anlagenbauers von der Adria gelandet. Und auf diesem Weg auch wieder mit unserem Orgelbauer in Kontakt getreten – aber dazu später mehr.

Modernisierung
Ohne hochwertige Handarbeit geht es im Orgelbau nicht, aber viele mühselig und aufwändig ausgeführten Arbeiten lassen sich maschinell effizienter, schneller und genauer herstellen – 2023 investierte das Unternehmen tatkräftig in die Modernisierung und den Ausbau des rudimentären und in die Jahre gekommenen Maschinenparks.
Bei der Wahl der richtigen Maschinen kamen dem Geschäftsführer seine reichhaltigen maschinellen Erfahrungen positiver wie negativer Art zugute, die er im Laufe der Jahre sammeln konnte. So wusste er, worauf es ankommt. Zusätzlich konnte er auf die individuelle Hilfe und Unterstützung seines Fach- und Großhändlers zählen – die Kompetenz des Unternehmens Friedrich Niemann hatte er auf den verschiedenen Stationen seines Arbeitslebens zu schätzen gelernt. Und dort stand auch das Bearbeitungszentrum, das letztendlich den Weg zu den Orgelbauern fand…
Eine für fast alles
… und seit Januar 2024 im Zentrum der Werkstattarbeit steht: Mit der CNC-gesteuerten Rover A 1532 von Biesse lässt sich so einiges anstellen – sie eignet sich für eine Vielzahl von Bearbeitungen mit drei, vier und fünf Achsen wie die Herstellung von Fenstern, Türen, Treppen, Arbeitsplatten, Einrichtungselementen und vielem mehr – so natürlich auch den unterschiedlichsten Elementen einer Orgel. „Wir werden die Rover hauptsächlich für die Fertigung unserer Windladen verwenden – eine riesige Arbeitserleichterung“, wie es der Geschäftsführer schon aus der Werkstatt vernommen hat. Dort hat sich auch gezeigt, dass das schnelle und flexible Bearbeitungszentrum mit der aus der Spitzensegment stammenden Gantry-Struktur in der Lage ist, jeden holzbasierten Werkstoff in kurzer Zeit ohne Leistungseinbußen zu bearbeiten.















