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Lesedauer: 11 min
26. Mai 2021
Infrarottechnik für besseren Brandschutz in Sägewerken
Kein Feuer im Holz
Sägewerke sind aktuell sehr gefragt: Holzverarbeitung gilt als ökologisch nachhaltig, da lokal auf nachwachsende Rohstoffe gesetzt wird. So leisten die Werke einen Beitrag zum Klimaschutz. Aufgrund der hohen Brennbarkeit von Holz besteht für Sägewerke jedoch die Gefahr von unkontrollierbaren Großbränden. Für die Betreiber wird es immer schwieriger, geeignete Versicherungen abzuschließen. Technische Lösungen zur Brandfrüherkennung können helfen, Schäden zu minimieren oder ganz zu vermeiden.
 Das Sägewerk Obermaier in Irschenberg hat zum 
Brandschutz Infrarottechnik in der Produktions- und 
Lagehalle eingesetzt.
Das Sägewerk Obermaier in Irschenberg hat zum Brandschutz Infrarottechnik in der Produktions- und Lagehalle eingesetzt.Bild: Orglmeister Infrarot-Systeme GmbH & Co. KG

Es herrscht Hochbetrieb im Sägewerk von Marinus Obermaier im oberbayerischen Irschenberg. In der vierten Generation wird auf dem Gelände bereits Holz verarbeitet, sechs Mitarbeiter sorgen für qualitativ hochwertige Produkte. Der Familienbetrieb ist spezialisiert auf die Verarbeitung von Fichten- und Tannenstammholz, das direkt aus der Region stammt. Die Bäume werden in einem Umkreis von 25 Kilometern gefällt und auch nach der Verarbeitung lokal ausgeliefert. So beliefert Obermaier verschiedene Zimmereien und Baubetriebe in der Region, die auf den Rohstoff setzen. Für die Arbeit greift Obermaier auf schwere Produktions- und Arbeitsmaschinen zurück, hinzu kommen mehrere Lagerhallen und zwei Kammern zur Trocknung des Holzes. Eine der größten Sorgen von Obermaier und der gesamten Holzindustrie ist der Brandschutz. Zahlen zeigen, dass Holzverarbeitungsbetriebe immer wieder Opfer großer Brände werden. Das liegt vor allem an der hohen Brandlast der Betriebe: Nicht nur das Holz ist brennbar, auch die Gebäude sind leicht entflammbar. Daneben ist eine entzündliche, staubige Atmosphäre vorzufinden. Die General Insurance AG geht etwa davon aus, dass sich in den Jahren 2015 bis 2017 in Deutschland insgesamt 79 Sägewerkbrände ereignet haben. Die Folgen dieser Brände sind verheerend: Aufgrund der hoch brennbaren Umgebung kommt es nicht selten zu Totalschäden, mitunter werden ganze Existenzen durch Sägewerkbrände zerstört. Die häufigsten Ursachen für solche Brände sind Defekte und technisches Versagen in den Anlagen, hinzu kommen menschliche Fehler und Brandstiftung. Erschwert wird der Brandschutz durch beengte Platzverhältnisse. Häufig befinden sich die Betriebe zudem in ländlicher Umgebung, sodass Rettungskräfte und Feuerwehren einen längeren Anfahrtsweg haben und nicht ausreichend auf solche Großbrände vorbereitet sind. Auch beim technischen Brandschutz besteht Optimierungspotenzial: Der Bundesverband der deutschen Säge- und Holzindustrie (DeSH) geht davon aus, dass lediglich 23,7 Prozent aller deutschen Sägewerke über eine Sprinkleranlage verfügen. Weitere Brandschutzmaßnahmen können durch Brandstiftungsschutz und die regelmäßige Unterweisung aller Betriebsangehörigen verwirklicht werden. Kernelement sind jedoch Systeme zur Branddetektion und Brandmeldung. Diese erkennen mögliche Brandherde frühzeitig und erlauben es den Mitarbeitern, schnell auf die Situation zu reagieren.

 Mittels Infrarot werden mögliche frühzeitig Brandherde erkannt. Das IR-Panorama gibt dabei einen optimalen Überblick und macht gefährliche Hotspots sofort sichtbar.
Mittels Infrarot werden mögliche frühzeitig Brandherde erkannt. Das IR-Panorama gibt dabei einen optimalen Überblick und macht gefährliche Hotspots sofort sichtbar.Bild: Orglmeister Infrarot-Systeme GmbH & Co. KG

Versicherungen stellen Auflagen

Auch Marinus Obermaier weiß um die Brandgefahren in Sägebetrieben Bescheid. Er ist Regionalbeiratsmitglied im DeSH und hat sich im Zuge dessen mit dem Brandschutz auseinandergesetzt. Neben den imminenten Gefahren durch Brände, stehen Holzverarbeiter vor einem weiteren Problem: Durch die höheren Schadensummen und das größere Risiko wird es für Unternehmer immer schwieriger, passende Versicherungen zu einem annehmbaren Preis zu erhalten. Der DeSH hat in einer Umfrage festgestellt, dass im Jahr 2016 17 Prozent aller Sägewerke keine Feuerversicherung für das Folgejahr hatten. Das Sägewerk Obermaier war bisher in einem Altvertrag versichert mit einer Versicherungssumme kleiner als fünf Millionen Euro. „Wir haben in den letzten Jahren viel investiert und erreichen jetzt ziemlich genau die 5 Millionen, bei der die Versicherungskammer Bayern die Grenze setzt“, erläutert Marinus Obermaier.

Eine dieser Investitionen stammt aus der Zusammenarbeit mit der Firma Orglmeister aus Walluf am Rhein. Das Unternehmen ist spezialisiert auf technische Lösungen zur Brandfrüherkennung und -bekämpfung und hat in dem bayerischen Sägewerk das Pyrosmart-System realisiert, das auf Brandfrüherkennung mit Infrarottechnik setzt. „Hauptgrund für die Investition in das Pyrosmart-System ist der Eigenschutz. Mit unserem Brandschutzkonzept sind wir sicher, dass wir einen entstehenden Brand sehr schnell löschen können“, erklärt Marinus Obermaier.

Die Installation des Systems ist hochindividuell. Je nach Situation vor Ort muss angepasst werden, wie die technische Lösung zum Einsatz kommt. Auch im Sägewerk Obermaier gab es einige Punkte, die zu berücksichtigen waren. „Wir haben im Vergleich zu anderen Sägewerken dieser Größe viel mehr überdachte Fläche. Mit der speziellen Schwenk-Neigetechnik des Pyrosmart-Systems können wir relativ preiswert große Flächen überwachen“, stellt Obermaier fest. Bei Obermaier beträgt die überwachte Fläche 1.600 Quadratmeter, die mit nur einem „scannendem“ System überwacht wird. Die Halle selbst ist sieben Meter hoch. Der Fokus liegt dabei auf den Maschinenbereichen und der Holztrocknungsanlage des Werkes.

Schnelle Installation in Eigenregie

Eine Pyrosmart-Kamera unter dem Dach sorgt dafür, dass ein Großteil der Produktionsstätte überwacht werden kann. Die Installation lief für Obermaier sehr einfach ab: Die Kamera wurde vor Ort selbst aufgebaut und aufgehängt, ein Elektriker hat das System anschließend an den Schaltschrank angeschlossen, der 25 Meter entfernt steht. Darin befindet sich der Steuerungs-PC, die unterbrechungsfreie Stromversorgung und ein Telenot-Telefonwahlgerät. Über dieses wird die Brandmeldeanlage mit Ausfallüberwachung realisiert. Im Notfall wird darüber alarmiert, das Bedienterminal findet sich ein paar Meter weiter im Büro. Nach endgültiger Parametrisierung soll auch die Alarmierung der Feuerwehr automatisch aufgeschaltet werden. Feuerwehr und Rettungskräfte können bei Löscharbeiten zudem auf den Fluss Leitzach zurückgreifen, der direkt am Produktionsgelände vorbeiläuft.

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Thematik: Holzbau
Orglmeister Infrarot-Systeme GmbH & Co. KG
www.orglmeister.de

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