Altholz nachhaltig nutzen

Weltweit fallen jährlich mehrere Millionen Tonnen Altholz aus Verpackungsindustrie, dem Bau- und Abbruch- sektor oder aus Siedlungsabfällen an. Diese lassen sich nutzen, um Holzwerkstoffe oder Aktiv- und Industrieholzkohle herzustellen. Dazu kommt die Erzeugung von Synthesegas als Chemierohstoff. Altholz lässt sich aber auch energetisch in Biomasseheizkraftwerken verstromen. Ralf Rosenkranz, Vertriebsgebietsleiter im Geschäftsbereich Wood Biomass bei Vecoplan, kennt die Trends im Markt.
 Altholz muss entsprechend aufbereitet werden. Denn die Anforderungen an den Output sind hoch.
Altholz muss entsprechend aufbereitet werden. Denn die Anforderungen an den Output sind hoch.Bild: Vecoplan AG

Nur um ein paar Zahlen zu nennen: In Deutschland sind es acht, in Großbritannien 4,5 und in Frankreich 6,5 Millionen, in Österreich 900.000 und in Rumänien 175.000 Tonnen Altholz, die jährlich anfallen. „Das sind sowohl Holzabfälle aus der Be- und -verarbeitung, sprich Industrieholz, als auch zu Abfall gewordene Produkte wie Möbel, Paletten, Kisten oder Kabeltrommeln sowie Bahnschwellen und Telefonmasten. Zudem gehören Abfälle aus der Forstwirtschaft dazu“, erläutert Ralf Rosenkranz, Vertriebsgebietsleiter im Geschäftsbereich Wood Biomass bei Vecoplan. „Doch Altholz ist nicht gleich Altholz.“ Die Altholz-Verordnung unterteilt den Werkstoff in Deutschland in vier Kategorien: in nicht behandeltes (A I), behandeltes (A II), belastetes (A III) und besonders belastetes Altholz (A IV). Je nach Qualität lässt es sich unterschiedlich wiederverwenden. „Für eine stoffliche Verwertung dieser Materialien kommen insbesondere Qualitäten der Kategorien A I und A II zum Einsatz“, weiß der Vertriebsgebietsleiter. „Dagegen gelten PVC-beschichtetes Holz der Kategorie A III sowie das der Kategorie A IV mit einer Schutzmittel-Behandlung als belastet. Für sie eignet sich die thermische Verwertung – zum Beispiel als Brennstoff für Heizkraftwerke.

Die stoffliche Verwertung

Die Holzwerkstoffindustrie verwertet Altholz dagegen vor allem stofflich, um neue Holzwerkstoffe herzustellen. Hier sei Deutschland EU-weit führend, ist sich Vecoplan-Experte Rosenkranz sicher. In Spanplatten befinden sich beispielsweise zwischen 30 und 60 Prozent Altholz in den Qualitäten A I und A II als Füllstoff. Hauptabnehmer ist die Möbelindustrie. Doch ganz gleich, ob für die energetische oder die stoffliche Verwertung – der Endverbraucher profitiert von deutlich geringeren Kosten. „Während das Preisniveau bei Frischholz aktuell bei rund 80 Euro pro Tonne liegt, beträgt es bei Altholz gerade mal acht Euro“, vergleicht Ralf Rosenkranz.

 Der VHZ 1600 ist im neuen Industriedesign ausgeführt. Zum Einsatz kommt dieser Zerkleinerer bei ganz unterschiedlichen Kunden.
Der VHZ 1600 ist im neuen Industriedesign ausgeführt. Zum Einsatz kommt dieser Zerkleinerer bei ganz unterschiedlichen Kunden.Bild: Vecoplan AG

Die komplette Materialaufbereitung

Für die Kunden liefert Vecoplan die komplette Materialaufbereitung: Die Anlagen nehmen das Altholz am Werkstor auf und zerkleinern es zu einem hochwertigen homogenen Output-Material. Zum Programm gehört zum Beispiel der leistungsstarke und kompakte Schredder der Baureihe VHZ 1600, der sich insbesondere für holzbearbeitende Betriebe eignet. Das Besondere an diesem Ein-Wellen-Zerkleinerer ist, dass er in den meisten Anwendungen ohne zusätzliche Beschickungssysteme auskommt. Betreiber können die gesammelten Materialien direkt aufgeben. Der hydraulisch angetriebene Schieber führt diese dem Zerkleinerungswerk einfach und schnell zu. Vecoplan bietet zudem robuste, zuverlässige und leistungsstarke Biomassehacker – ausgeführt als stationäre Maschinen mit kompakten, horizontalen Zuführeinheiten. Dazu kommen Lager- und Förderlösungen.

 Bei den Vecoplan-Schreddern werden Beschädigungen durch Störstoffe an den Maschinen vermieden und die Entnahme der Fremdkörper vereinfacht.
Bei den Vecoplan-Schreddern werden Beschädigungen durch Störstoffe an den Maschinen vermieden und die Entnahme der Fremdkörper vereinfacht. Bild: Vecoplan AG

Der Altholz-Markt wächst

„Mittlerweile macht der Altholz-Markt mehr als 40 Prozent unseres Umsatzes aus“, freut sich Rosenkranz. „Allerdings hängt das Wachstum immer auch von der politischen Situation im Land ab.“ Denn das Erneuerbare Energie-Gesetz (EEG), das im Jahr 2017 überarbeitet wurde, berücksichtigt zum Beispiel Anlagen zur Gewinnung von Energie aus Altholz nicht mehr. Die EEG-Förderung läuft 2020 aus. Das wirkt sich insbesondere für die Kraftwerksbetreiber aus. „Betreiber von Kraftwerken werden ohne diese EEG-Förderung nur wirtschaftlich am Markt bleiben können, wenn sie ihre Einnahmen für die Annahme des Altholzes erheblich steigern“, prognostiziert Rosenkranz. Zudem besteht eine hohe Unsicherheit, ob ein Betrieb der Kraftwerke ohne EEG-Förderung überhaupt möglich ist. Betreiber müssen in ihre Anlagen investieren, das ist jedoch mit großem Risiko verbunden. Investieren sie nicht, steigen die Ausfallzeiten. Ab 2021 werden geförderte gegen nicht mehr geförderte Anlagen um eine heute noch nicht abschätzbare Altholzmenge konkurrieren.

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