Umstellung der Produktionssoftware

Operation am offenen Herzen

Eine Operation am offenen Herzen ist risikobehaftet - ähnlich wie die Umstellung der Produktionssoftware im laufenden Betrieb eines Möbelfabrikanten. Für das progressive Traditionsunternehmen Assmann Büromöbel GmbH & Co. KG vollzog sich dieser Wechsel in Zusammenarbeit mit den Spezialisten für Fertigungssoftware von Profilsys vollkommen problemlos. Und nebenbei erwies sich das neu installierte System während der Corona-Pandemie als äußerst vorteilhaft.
Ein Beispiel aus dem Sortiment von Assmann Büromöbel – Bild: Assmann Büromöbel GmbH & Co. KG

Das heute in der dritten Generation geführte Familienunternehmen Assmann Büromöbel verfügt über viele Jahrzehnte Erfahrung im Möbelbau und produziert funktionelle und designorientierte Schreibtisch- und Stauraumsysteme. Dem ursprünglichen Unternehmensstandort im niedersächsischen Melle treu geblieben, fertigen inzwischen 375 Mitarbeiter hochwertige Büroeinrichtungen. Kontinuität, Verlässlichkeit und vorausschauendes Handeln stehen für den Hersteller dabei im Vordergrund. Digitalisierung und agile Entwicklung sind weitere wichtige Bausteine der Unternehmensphilosophie. Jede Investition richtet Assmann konsequent darauf aus, die eigenen Stärken kontinuierlich und nachhaltig auszubauen, um flexibel auf die Anforderungen des Marktes und der Kunden zu reagieren.

Agile Entwicklung und Optimierung der Lagerlogistik

Um weiter auf Erfolgskurs zu bleiben, stand die Umstellung auf eine neue, webbasierte und mobil nutzbare Generation von Software an. Gefragt war eine anpassungsfähige Fertigungsleittechnik mit der Möglichkeit zur Eigenleistung, ein systemübergreifendes Informationsmanagement im Produktionsbetrieb in Form einer ‚agilen Entwicklung‘, um bei Bedarf schnell und flexibel selbst die notwendigen Änderungen vornehmen zu können. Der Begriff ‚agile Entwicklung‘ bezeichnet Softwareentwicklungsprozesse zur Erhöhung von Transparenz und Veränderungsgeschwindigkeit, die zu einem schnelleren Einsatz des entwickelten Systems führen sollen. Risiken und Nebenwirkungen bzw. Fehlentwicklungen werden so fast ausgeschlossen. Wie das in der Realität funktioniert, zeigt bei Assmann die Fertigungsleittechnik von Profilsys. Schon um die Jahrtausendwende richtete der IT-Spezialist erfolgreich das Fertigungsleitsystem für den Möbelproduzenten auf Basis der modularen Software profiLag ein, das als Kommunikationsschnittstelle zwischen ERP, Maschinen, Lager, Transportmitteln und Lieferanten dient. In den folgenden zwei Jahrzehnten intensivierte sich die Zusammenarbeit mit Profilsys-Geschäftsführer Thomas Clausmeyer und seinem Team in allen Belangen rund um die Lagertechnik und Fertigungslogistik, u.a. mit dem Wechsel des ERP-Systems inklusive der notwendigen Anpassungen zur Verbesserung von Logistik und elektronischer Vernetzung von Lager und Arbeitsstationen.

Ein Blick in die Fertigung der Büromöbel – Bild: Assmann Büromöbel GmbH & Co. KG

Modulbaukasten und Werkzeugkiste in einem

„Dinge schnell umsetzen – aber richtig und gut“, so beschreibt Uwe Bahr, Leiter Informationstechnologie und Organisationsabwicklung bei Assmann, die DNA des Büromöbelherstellers. Elementar dafür ist ein anpassungsfähiges, modernes und agiles System mit dem richtigen Werkzeug, um Änderungen eigenständig durchführen zu können. Mit der Unterstützung des langjährigen Partners und Spezialisten für Produktionslogistik und Automatisierungstechnik wurde die Umstellung auf die neue pd+ Software erfolgreich und ohne Einbrüche der Produktion im laufenden Betrieb vorgenommen. Webbasiert und cloudfähig aufgebaut, gliedert sich pd+ in umfangreiche Funktionsmodule wie Angebot, Auftrag, Stückliste, Einkauf, Produktion, Montage, Lager, Versand, Abrechnung, Außendienst, Lifecycle, Service und Zeiterfassung. Alle Funktionen lassen sich individuell zusammenstellen, einzeln verwenden oder in eine gemeinsame Benutzeroberfläche, die nahtlos an die vorhandene IT anknüpft, integrieren. Steuerung und Eingaben erfolgen über einen Webbrowser auf einem mobilen oder fest installierten, internetfähigen und mit dem vorhandenen Netzwerk verbundenen Endgerät. Über den Webserver lässt sich die Anbindung an verschiedene Datenbanken wie ERP, CNC-Daten, Zuschnitts-Optimierung etc. organisieren. Mit Webservices werden Maschinen, Steuerungen und Fremdsoftwarepakete der Lieferanten oder Kunden einfach direkt an pd+ angeschlossen. Das bedeutet mehr Unabhängigkeit und Flexibilität für die Anwender konstatiert Clausmeyer: „Für die Projektierung und Parametrierung stellen wir unseren Kunden einen offenen Werkzeugkasten zur Verfügung, mit dem sie schnell in „Eigenleistung“ Erweiterungen und Änderungen realisieren können.“

Do it yourself

„Mit der einfachen Programmierung über die offene HTML werden die Abläufe übersichtlich dargestellt und erleichtern so Änderungen“, zeigt sich Bahr über die nutzerfreundliche Software erfreut. Für die datenstromorientierte Anwendungsentwicklung setzt pd+ auf Node-RED, ein grafisches Open-Source-Entwicklungswerkzeug. Damit können in einer Ansicht unterschiedliche Nodes (Knoten) miteinander verbunden und verschiedene Abläufe einfach gesteuert werden, wobei jeder Knoten eine genau definierte und festgelegte Aufgabe hat. „Die Visualisierung des flexiblen und ausbaufähigen Systems zeigt uns grafisch, wo Hand angelegt werden muss und eignet sich optimal zum Selberlernen und -machen.“ Mit dem Werkzeugkasten können Druckberichte und Etiketten konfiguriert, mit SQL-Abfragen Daten aus den angebundenen Datenbanken gelesen oder geschrieben, Bildschirminhalte gestaltet, Eingaben eingelesen, Reporte erstellt, CAD-Daten angezeigt und alle weiteren Funktionalitäten genutzt werden. „In der Pandemie hat sich gezeigt, wie richtig wir mit unserer Entscheidung für pd+ lagen. Wir sind viel unabhängiger, Änderungen und Erweiterungen realisieren wir entweder schnell selbst oder online mit Profilsys via Team Viewer,“ so Bahr. „Damit verfügen wir in unserer agilen Entwicklung über kompetente Unterstützung, in Echtzeit.“

Umbruch und Initialzündung für die Zukunft

„Die Umstellung auf ein neues Software-System im laufenden Betrieb ähnelt einer Operation am offenen Herzen“, findet Bahr. „Da war es sehr beruhigend, Profilsys schon so lange zu kennen und zu wissen, dass wir uns auf sie verlassen können. Der Eingriff verlief ohne Komplikationen und wir haben jetzt das richtige Werkzeug, um selbst aktiv zu werden – und Hilfe, wenn wir sie brauchen. Wir sind bestens für die Zukunft gerüstet.“ Welche Schritte stehen mit diesem Rüstzeug für Assmann als nächstes auf der Agenda? „Was immer die Arbeit besser macht und uns hilft, Qualität und Effizienz zu steigern“, erklärt Uwe Bahr. „Ideen gibt es viele und wir sind sicher, dass uns Profilsys bei der Umsetzung optimal unterstützen wird.“

Das Traditionsunternehmen Assmann Büromöbel GmbH & Co. KG steht seit 1939 für Qualität. Mit modernsten Fertigungsanlagen und der entsprechenden Software werden täglich 2.500 Möbelteile produziert. Traditionell erfolgt der Vertrieb ausschließlich über den Bürofachhandel. In enger Zusammenarbeit mit den Fachhandelspartnern setzt man auf die qualifizierte Betreuung der Geschäftskunden. Produktqualität, Termintreue und eine hohe Service-Bereitschaft stehen dabei im Vordergrund. Ein stetig wachsender Kundenkreis profitiert vom umfassenden Leistungsspektrum des Möbelproduzenten, das eine ausführliche Eingangsberatung, die Raumplanung und Auftragsbearbeitung sowie die Auslieferung und Möbelmontage vor Ort beinhaltet.

www.profilsys.de

www.assmann.de

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