Koalitionsverhandlungen

Ganzheitliche Biomassestrategie gefordert

Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) plädiert in einem Positionspapier an die Koalitionäre für die Einrichtung einer dauerhaften, interministeriellen Arbeitsgruppe unter Beteiligung des Clusters Forst und Holz. Das Ziel: eine ressortübergreifende Biomassestrategie.

Die Arbeitsgruppe soll unter Beteiligung von Vertretern der Ressorts Forst- und Landwirtschaft, Wirtschaft, Umwelt, Verkehr, Bau sowie des Clusters den regelmäßigen Informationsaustausch über Waldzustands- und Marktentwicklungen sowie die Effekte politischer Klimaschutz- und Umweltschutzmaßnahmen durch kurze Abstimmungswege sicherstellen. Für die Standortsicherung und den Ausbau der klimafreundlichen Produktion brauche es verlässliche Rahmenbedingungen.

„Die letzte Jahre haben gezeigt, wie der Klimawandel durch Hitze und Dürre den Wald schädigen und die Märkte durcheinanderbringen kann“, so HDH-Präsident Johannes Schwörer. „Hier braucht es im Krisenfall etablierte Gremien, um schnell die Lage bewerten und agieren zu können.“

Auch die Diskussion über nicht kohärente Ziele in politischen Strategien gehöre in ein solches Gremium. „Der Erhalt und der Umbau der Wälder ist eine zentrale Aufgabe. Nutzungseinschränkungen, wie sie durch europäische Biodiversitäts- oder Forststrategien sowie die LULUCF-Verordnung und dem nationalen Klimaschutzgesetz drohen, verknappen den wertvollen Rohstoff mittelfristig. Sie werden auch den Waldumbau ausbremsen und im schlimmsten Falle die Wälder destabilisieren. Stattdessen brauchen wir eine ganzheitliche Strategie. Denn um die Klimaschutzziele zu erreichen, setzt die Politik auf die vermehrte Nutzung klimafreundlicher Roh- und Baustoffe – hier muss die Biomasse auch verfügbar bleiben.“

Schwörer betont, wie wichtig die Zusammenarbeit von Politik und Industrie in der kommenden Legislaturperiode werden wird. „Nie war eine weitsichtige und verlässliche Industriepolitik wichtiger als heute. Die nächsten vier Jahre werden über Erfolg oder Misserfolg im Kampf gegen den Klimawandel entscheiden – und ob Deutschland ein Industrieland bleiben wird“, so der HDH-Präsident mit Verweis auf die jetzt schon hohen Energie- und Materialkosten.

Die Unternehmen benötigen für die notwendige Transformation zu klimaneutralen Prozessen verlässliche Rahmenbedingungen und dürfen nicht durch Überregulierung belastet werden. „Künftige Energie- und Klimapolitik darf nicht zum Risikofaktor für Wertschöpfungsketten werden“, appelliert Schwörer abschließend. „Klima-, Umweltschutz- und Energiebeihilfen sollten sich am Beitrag der Unternehmen für den Klimaschutz und die Treibhausgaseinsparung bemessen.“

Das könnte Sie auch Interessieren

Anzeige

Bild: KD Busch/Compamedia
Bild: KD Busch/Compamedia
Flex Top-Innovator 2022

Flex Top-Innovator 2022

Ehrung auf dem Deutschen Mittelstands-Summit: Ranga Yogeshwar würdigt Flex-Elektrowerkzeuge aus Steinheim anlässlich ihres Erfolges beim Innovationswettbewerb TOP 100. Die Preisverleihung im Rahmen des Summit hat am Freitagabend, 24. Juni, in Frankfurt am Main für alle Mittelständler stattgefunden, die am Jahresanfang mit dem TOP 100-Siegel ausgezeichnet worden sind.

Bild: VDMA e.V.
Bild: VDMA e.V.
„Kurzarbeit braucht keine Sonderregeln mehr!“

„Kurzarbeit braucht keine Sonderregeln mehr!“

Zu den Plänen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, die Sonderregelungen zur Kurzarbeit um weitere drei Monate zu verlängern, erklärt VDMA-Präsident Karl Haeusgen: „Die Kurzarbeit hat sich während der Corona-Krise erneut als wichtiges Instrument bewährt, um den Beschäftigten ihren Arbeitsplatz und den Unternehmen bewährte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern.

Bild: DGM
Bild: DGM
Team 7 tritt Klimapakt bei

Team 7 tritt Klimapakt bei

Der Möbelhersteller Team 7 aus Ried im Innkreis im Westen Oberösterreichs hat sich dem ‚Klimapakt für die Möbelindustrie‘ der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM) angeschlossen.

Bild: G. Kraft Maschinenbau GmbH
Bild: G. Kraft Maschinenbau GmbH
Digitales Auge der modernen Produktion

Digitales Auge der modernen Produktion

Ein wichtiger Faktor bei der Produktivitätssteigerung ist die technische Verfügbarkeit von Produktionsanlagen – das ist wohl für alle eine bekannte Weisheit. Wie aber steigern, wenn wir keine Daten haben auf deren Basis wir analysieren können, wo noch Steigerungspotential in der Produktion vorhanden ist. Diese Daten zu sammeln, aufzubereiten und so zu visualisieren, dass Zusammenhänge in der Fertigung transparenter werden, darauf zielt die neue IoT-Plattform ‚intelligent data analytics‘, kurz ‚ida‘, der G. Kraft Maschinenbau GmbH ab.

Bild: JustLaser GmbH
Bild: JustLaser GmbH
Alleinstellungsmerkmal mit Lichtgeschwindigkeit

Alleinstellungsmerkmal mit Lichtgeschwindigkeit

Spätestens seit 2021 ist jedem bewusst: Holz ist ein kostbarer Werkstoff. So muss in der Produktherstellung auf minimalen Ausschuss mit maximaler Gewinnerzielung geachtet werden. Gleichzeitig versuchen sich gerade kleine und mittelständische Unternehmen im holzverarbeitenden Handwerk und der Industrie vom Markt abzuheben und Alleinstellungsmerkmale zu generieren. Ein solches Merkmal kann die Laser-Bearbeitung des Holzes erzeugen.

Bild: TQ-Systems GmbH
Bild: TQ-Systems GmbH
Kollaborative Roboter

Kollaborative Roboter

Vollholzmöbel-Fertigung und modernste Roboter-Lösungen – im Handwerksbetrieb Holocher im malerischen Waltenhofen im Allgäu zeigt sich, wie sich diese beiden Elemente erfolgreich kombinieren lassen. Die kollaborative Robotik-Lösung von TQ übernimmt monotone, körperlich anstrengende Prozesse wie etwa das Leimen von Holzelementen. Die Mitarbeitenden können sich jetzt verstärkt um das Design, die Qualitätssicherung und die Feinarbeiten kümmern.

Bild: TH Rosenheim
Bild: TH Rosenheim
Mahlplatten für die 
richtige Fasergeometrie

Mahlplatten für die richtige Fasergeometrie

Holzfaserdämmstoffe gehören praktisch selbstverständlich zum Neubau und zur Sanierung von Gebäuden. Als Dämmstoffe kommen z.B. Buchenholzfasern in Frage. Zur Produktion von Holzfasern für die Dämmstoffherstellung stehen jetzt besonders ressourcen- und energieeffiziente Mahlscheiben zur Verfügung, die inzwischen auch industriell eingesetzt werden. Holzfasern lassen sich damit mit reduziertem elektrischen Energiebedarf herstellen und eignen sich besser für die Dämmstoffherstellung.

Anzeige

Anzeige