Investition in mehr Nachhaltigkeit

Die Corona-Krise ändert nichts an dem Gebot der Nachhaltigkeit. Das gilt für die Möbel, die Trüggelmann seit 80 Jahren herstellt, aber auch für die Wärmeversorgung des Bielefelder Unternehmens. Der Möbelhersteller hat jetzt in eine neue Groß-Holzfeuerungsanlage von Nolting investiert. Die Vorschubrostfeuerung mit Keramikfilter steht für nachhaltige Restholzverwertung.
 Trüggelmann stellt seit mehr als 80 Jahren qualitativ hochwertige Möbel nach Maß her. Hier ein historisches Foto eines Möbeltransports aus den 60er Jahren.
Trüggelmann stellt seit mehr als 80 Jahren qualitativ hochwertige Möbel nach Maß her. Hier ein historisches Foto eines Möbeltransports aus den 60er Jahren.Bild: A. Trüggelmann GmbH & Co. KG

Die A. Trüggelmann GmbH & Co. KG mit Sitz in Bielefeld ist seit über 80 Jahren Hersteller von hochwertigen Möbeln für die Bereiche Wohn- und Schlafzimmer, Essbereich oder Entrée. Der Fokus liegt auf innovativen Lösungen, dem Einsatz von speziellen Materialien und sorgfältigem Handwerk. Dank kundenspezifischer Fertigung entsteht Qualitätsware mit einem besonders langlebigen Designanspruch. Um mit den ständig wechselnden Marktgegebenheiten Schritt zu halten, werden die Produktlinien kontinuierlich angepasst und neue zukunftsfähige Ideen entwickelt.

Die Wärmeversorgung erneuern

Das Verbrennen von Holzwerkstoffen aus der Produktion gehört traditionell zum holzverarbeitenden Handwerk. Die Kosten für die Entsorgung von Holzresten aus der Produktion können vermieden werden und aus dem so genannten Holzabfall wird ein ökologischer Brennstoff, der auf kurzem Wege direkt vor Ort genutzt werden kann.

 Feinstaubfilter Typ NGFL
Feinstaubfilter Typ NGFLBild: Nolting Holzfeuerungstechnik GmbH

Der vorhandene Kessel aus dem Hause Nolting aus dem Jahre 1991 war in die Jahre gekommen. Aufgrund der guten Erfahrungen, der umfangreichen Unterstützung bei der Beantragung der Fördermittel, und der überzeugenden Technik, besonders der Filtertechnik, hat sich Kai Trüggelmann für die Investition in eine Vorschubrostfeuerung mit Keramikfilter trotz aktuell schwieriger Situation entschieden.

Bei der neuen Heizungsanlage investiert Trüggelmann in eine Nolting-Vorschubrostfeuerung Typ LCS-RV. Die Nennwärmeleistung beträgt ca. 950kW bei einer Brennstofffeuchte von max. M30. Der Kessel verfügt über eine automatische Zündung, automatische Leistungsanpassung und Unterrostentaschung. Diese Komponenten sorgen für einen komfortablen Betrieb mit einer anwenderfreundlichen Ascheentsorgung. Als Referenzbrennstoffe sind 100% Holzreste in Form von Maschinen- und Hackerspänen aus der Produktion mit Körnung <P16S nach CEN/TS 14961 und einem Wassergehalt von M 10 nach CEN/TS 14961 vorgesehen.

Neues Pufferspeichermanagement

Trüggelmann bestellte zusätzlich zur Feuerungsanlage zwei Hochleistungspufferspeicher mit jeweils ca. 5.000l mit dem von Nolting neuen Pufferspeichermanagement und einen externen Fernzugriff.

Durch den Einsatz von acht Temperaturfühlern in den Pufferspeichern werden flexible optimierte Systemlaufzeiten herbeigeführt und somit unwirtschaftliche Anheiz- und Abkühlphasen vermieden. Diese Maßnahmen, gleitende Außentemperaturregelung, vorausschauende Reaktion der Feuerungsanlage durch Temperaturüberwachung am Verbrauchsrücklauf und Beladung der Speicher mit konstant hoher Vorlauftemperatur auch bei kleinster Kesselleistung reduzieren Emissionswerte und sorgen für längere Laufzeiten.

Die Fernzugriffsfunktion bietet die Möglichkeit, von extern auf das Display der Steuerung zuzugreifen. Hiermit können Diagnosen, Einstellungsänderungen und andere Funktionalitäten ausgeführt werden, ohne dass der Betreiber oder z.B. ein Monteur vor Ort anwesend sein muss.

Funktionsweise des Hackschnitzelkessels

Der Brennstoff wird von dem Siloaustragungssystem gleichmäßig in die mit Keramikformsteinen ausgekleideten Vorschubrostfeuerung zugeführt. Durch eine mengenabhängig gesteuerte Bewegung der Rostreihen des Vorschubrostes wird das Brennmaterial durch die Feuerung geschoben. Der Vorschubrost ist in Zonen eingeteilt, was sowohl eine gestufte Zufuhr von Verbrennungsluft (auch Rezirkulation) als auch eine gestufte Verbrennung erlaubt. Danach wird der Brennstoff auf den Rosten entgast und ausgebrannt. Durch die Rostbewegung werden die Verbrennungsrückstände einer Entaschungsschnecke zugeführt und automatisch in einen Aschesammelbehälter gefördert. In diesen Feuerungen wurden Hochleistungsroststäbe für hochkalorische Brennstoffe eingesetzt. Diese kühlen durch spezielle Luftführungen das Glutbett und den Rostbelag, so dass die Neigung zur Schlackebildung vermindert und die Emissionen reduziert werden.

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