Klebstoffe dosieren und applizieren

Oest Maschinenbau gilt als ausgemachter Spezialist für die Herstellung von Dosier- und Applikationsanlagen für alle gängigen Klebstoffsysteme. Insbesondere rüstet das Unternehmen Anlagen für die Produktion von Brettsperrholz aus. Ende 2020 werden die Freudenstädter fast 70 BSP-Werke mit Klebstoffapplikationen beliefert haben.
 Klebstoffauftrag bei der BSP-Produktion
Klebstoffauftrag bei der BSP-Produktion Bild: Oest GmbH & Co. Maschinenbau KG

Derzeit arbeitet Oest an neun BSP-Projekten für Unternehmen aus Deutschland, Österreich, den USA, Kanada, Russland, Spanien und Estland, welche in diesem Jahr ausgeliefert beziehungsweise in Betrieb genommen werden sollen.

Technologie systematisch weiterentwickelt

Zu den technischen Weiterentwicklungen, die den Erfolg von Oest begründen, gehören Portallösungen mit Vorschubgeschwindigkeiten von 120m/min, die heute fast Standard sind. In jüngster Zeit rücken bei BSP-Anlagen für 1K-PUR-Klebstoff auch zusätzliche Dosierungen und Applikationen von Hilfsstoffen in den Fokus. Das Sprühen von Primer und Wasser zum Beispiel hilft, die Verleimqualität zu verbessern. Der geregelte Primerauftrag auf Lamellen, der vor einer 1K-PUR-Flächenbeleimung bei speziellen Holzarten erfolgt, werde immer öfter nachgefragt, heißt es von Oest. Am einfachsten ist es, den Primerauftrag nach der Hobelmaschine zu realisieren. Oest verwendet hier Einstoffdüsen, mit denen in eingehauster Umgebung beidseitig aufgetragen wird. Berücksichtigt wird dabei der Primerrücklauf, um das Material wiederzuverwenden.

Das Wassersprühen, das bei 1K-PUR-Klebstoffen der Konditionierung von Holzoberflächen dient, wird vor allem bei Hölzern mit geringer Oberflächenfeuchte und gehobelten glatten Oberflächen eingesetzt. Das Wasser sollte dafür entkalkt sein, um ein Verstopfen der Sprühdüsen zu verhindern. Hierzu bietet Oest optional auch eine komplette Wasserenthärtungsanlage an. Generell sollte bei neuen BSP-Produktionen schon in der Planungsphase der Platz für den Primer- und Wasserauftrag bedacht werden.

Neuer Auftragskopf

Vorstufe der eigentlichen BSP-Produktion ist das Keilzinken der Lamellen, bei einigen Produktionskonzepten auch die Fugenbeleimung. Hierzu gibt es Entwicklungen aus Freudenstadt, die auf der letzten Ligna vorgestellt wurden. Für Hochleistungskeilzinkenanlagen steht der neu entwickelte Auftragskopf Ecotac VN für 1K-PUR-Klebstoff kurz vor dem Praxiseinsatz. Als Kombination aus der bewährten Ecotac-Kammapplikation ist der Ecotac VN automatisch in der Breite einstellbar mit einem Ventil pro Zinken und All-in-use-Servo-achse. Zusätzlich gibt es eine Achse für die Wartungsposition. Für die Fugenbeleimung mit PUR-Klebstoff wurde ein neuer Auftragskopf Profitac VN in kompakter Bauweise mit jeweils einem Ventil pro Raupe entwickelt – ebenfalls mit All-in-use-Servoachse, zusätzlich schwenkbar für das Eintauchen in eine Sperrmittelwanne bei Produktionspausen.

Klebstofflager konzipieren

Immer häufiger werden von Oest auch zentrale Klebstofflager geplant, teilweise mit Transferleitungen über 100m Länge. Dafür sind Hochleistungstransfersysteme, Klimakabinen und optimierte Containerplattformen im Angebot. Geliefert werden für MUF-Klebstoffe zur Fugen-, Flächen- und Keilzinkenapplikation auch im Detail weiterentwickelte Systeme. Dazu gehört zum Beispiel eine automatisch einstellbare Beleimhöheneinstellung für Keilzinkenkämme.

Das könnte Sie auch Interessieren

Anzeige

Bild: DGM
Bild: DGM
Team 7 tritt Klimapakt bei

Team 7 tritt Klimapakt bei

Der Möbelhersteller Team 7 aus Ried im Innkreis im Westen Oberösterreichs hat sich dem ‚Klimapakt für die Möbelindustrie‘ der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM) angeschlossen.

Bild: G. Kraft Maschinenbau GmbH
Bild: G. Kraft Maschinenbau GmbH
Digitales Auge der modernen Produktion

Digitales Auge der modernen Produktion

Ein wichtiger Faktor bei der Produktivitätssteigerung ist die technische Verfügbarkeit von Produktionsanlagen – das ist wohl für alle eine bekannte Weisheit. Wie aber steigern, wenn wir keine Daten haben auf deren Basis wir analysieren können, wo noch Steigerungspotential in der Produktion vorhanden ist. Diese Daten zu sammeln, aufzubereiten und so zu visualisieren, dass Zusammenhänge in der Fertigung transparenter werden, darauf zielt die neue IoT-Plattform ‚intelligent data analytics‘, kurz ‚ida‘, der G. Kraft Maschinenbau GmbH ab.

Bild: JustLaser GmbH
Bild: JustLaser GmbH
Alleinstellungsmerkmal mit Lichtgeschwindigkeit

Alleinstellungsmerkmal mit Lichtgeschwindigkeit

Spätestens seit 2021 ist jedem bewusst: Holz ist ein kostbarer Werkstoff. So muss in der Produktherstellung auf minimalen Ausschuss mit maximaler Gewinnerzielung geachtet werden. Gleichzeitig versuchen sich gerade kleine und mittelständische Unternehmen im holzverarbeitenden Handwerk und der Industrie vom Markt abzuheben und Alleinstellungsmerkmale zu generieren. Ein solches Merkmal kann die Laser-Bearbeitung des Holzes erzeugen.

Bild: TQ-Systems GmbH
Bild: TQ-Systems GmbH
Kollaborative Roboter

Kollaborative Roboter

Vollholzmöbel-Fertigung und modernste Roboter-Lösungen – im Handwerksbetrieb Holocher im malerischen Waltenhofen im Allgäu zeigt sich, wie sich diese beiden Elemente erfolgreich kombinieren lassen. Die kollaborative Robotik-Lösung von TQ übernimmt monotone, körperlich anstrengende Prozesse wie etwa das Leimen von Holzelementen. Die Mitarbeitenden können sich jetzt verstärkt um das Design, die Qualitätssicherung und die Feinarbeiten kümmern.

Bild: TH Rosenheim
Bild: TH Rosenheim
Mahlplatten für die 
richtige Fasergeometrie

Mahlplatten für die richtige Fasergeometrie

Holzfaserdämmstoffe gehören praktisch selbstverständlich zum Neubau und zur Sanierung von Gebäuden. Als Dämmstoffe kommen z.B. Buchenholzfasern in Frage. Zur Produktion von Holzfasern für die Dämmstoffherstellung stehen jetzt besonders ressourcen- und energieeffiziente Mahlscheiben zur Verfügung, die inzwischen auch industriell eingesetzt werden. Holzfasern lassen sich damit mit reduziertem elektrischen Energiebedarf herstellen und eignen sich besser für die Dämmstoffherstellung.

Bild: Mike Beier / Reichenbacher Hamuel GmbH
Bild: Mike Beier / Reichenbacher Hamuel GmbH
Verkehrt herum denken

Verkehrt herum denken

Die Schalung ist eine Form, in die Frischbeton zur Herstellung von Betonbauteilen eingebracht wird und die nach dem Erhärten entfernt wird. Jede Form ist dabei eine Herausforderung, denn Planer und Architekten brauchen gestalterische Freiheiten zur Schaffung attraktiver Lebensräume. Bei Balkon- und Treppenschalungen kommt es auch auf Oberflächenqualitäten an. Je nach ihrer Form sind diese aufgrund verschiedener Winkel komplex. Deshalb macht es einen beachtlichen Unterschied, ob die Schalung aus einer oder mehreren Platten hergestellt wird.

Anzeige

Anzeige