Plattenaufteiltechnik

Materialvielfalt im Zuschnitt managen

Wie lässt sich Materialvielfalt im Zuschnitt managen? Die Schurig GmbH im baden-württembergischen Bönnigheim hat die Antwort mitentwickelt. Das innovationshungrige Unternehmen ist auf hochwertige Innenausbauten spezialisiert. Pro Auftrag kommen dabei schon mal mehr als 20 verschiedene Materialien zum Einsatz. Um diese Vielfalt im Zuschnitt immer besser zu meistern, hat der Betrieb den materialManager Advanced von Homag installiert und seine Erfahrungen als Pilotkunde eingebracht.
 Eine Säge-Lager-Kombination, ausgestattet mit dem materialManager Advanced, der für jedes Material die optimalen Bearbeitungsparameter vorgibt.
Eine Säge-Lager-Kombination, ausgestattet mit dem materialManager Advanced, der für jedes Material die optimalen Bearbeitungsparameter vorgibt. Bild: Schurig GmbH

Hell und großzügig, von A bis Z durchdacht und sehr stylish: Diese Beschreibung trifft sowohl auf die zahlreichen Showrooms und Interieurs zu, die von der Schurig GmbH in Bönnigheim international etwa für Weltmarken aus der BSH Gruppe gebaut werden, als auch für die 3.000 Quadratmeter große Fertigungshalle des Unternehmens. Diese ist das Zentrum des von Inhaber und Geschäftsführer Klaus Schurig erst 2020 von Grund auf neu errichteten Firmengebäudes.

Dabei ist die Schurig GmbH alles andere als ein Schreinerei-Startup. Der Betrieb blickt auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurück. Gegründet wurde er 1920 als Bau- und Möbelschreinerei Altmann und war bis 2015 in Familienhand. Klaus Schurig kam 2012 als Mitglied der Geschäftsführung ins Unternehmen. Er übernahm den Vorgängerbetrieb 2015 und firmierte ihn 2019 in Schurig GmbH um.

Standard: Losgröße 1 in der Fertigung

Unter dem Markenmotto ‚Holz. Raum. Passion.‘ fertigen bei Schurig heute rund 30 Fachkräfte ein ebenso breites wie kundenindividuelles Portfolio an modernen Innenausbau-Lösungen. Das Spektrum umfasst Marken-Showrooms, Event- und Messestände oder Ladeneinrichtungen ebenso wie Office- und Gastronomie-Einrichtungen oder moderne Küchenwelten für Privatkunden.

„Nahezu alles an unseren Innenausbauten ist individuell. Daher sind Zuschnitte in Losgröße 1 und eine überdurchschnittlich hohe Materialvielfalt bei uns an der Tagesordnung“, sagt Schurig. Um bei dem hohen Maß an Individualität in der Produktion wettbewerbsfähig zu bleiben und den Kunden auch wirtschaftlich attraktive Raumlösungen anbieten zu können, setzt der Innenausbauspezialist auf eine immer besser vernetzte Fertigung.

 "Ich bin generell offen für neue Technologien", sagt Klaus Schurig der Inhaber und Geschäftsführer der Schurig GmbH. Sein Betrieb war bereits mehrfach als Homag Pilotkunde aktiv. Zuletzt bei der Einführung des neuen digitalen Homag Assistenten materialManager Advanced.
„Ich bin generell offen für neue Technologien“, sagt Klaus Schurig der Inhaber und Geschäftsführer der Schurig GmbH. Sein Betrieb war bereits mehrfach als Homag Pilotkunde aktiv. Zuletzt bei der Einführung des neuen digitalen Homag Assistenten materialManager Advanced.Bild: Schurig GmbH

Fertigung: hochgradig vernetzt und topmodern

„Homag ist dabei einer unserer wichtigsten Partner“, betont Schurig. „Wir pflegen diese Partnerschaft seit Jahrzehnten und erneuern sie regelmäßig. So nutzten wir 2020 etwa die Gelegenheit und nahmen mit dem Umzug in unser neues Gebäude auch gleich eine neue Säge-Lager-Kombination in Betrieb.“ Diese besteht aus der liegenden Plattenaufteilsäge Homag Sawteq B-300 und dem automatischen Homag Lager Storeteq S-200. In diesem lagern chaotisch und platzsparend gestapelt zwischen 700 und 800 Rohplatten mit zum Teil sehr unterschiedlichen Oberflächen und Materialeigenschaften.

Das neue Lager führt die Rohplatten im Takt und vollautomatisch der Säge zu. „Im Vergleich zur Vorgängerlösung bedeutet das eine riesige Arbeitserleichterung“, bestätigt Schurig. Auch zuvor fand der Zuschnitt auf einer Homag Plattensäge satt. Diese musste allerdings von Hand beschickt werden. Eine Lageranbindung gab es nicht. Die meisten Plattenmaterialien lagen in einem Lager außerhalb der Fertigungshalle und mussten von Mitarbeitenden bei Bedarf einzeln oder palettenweise bis zur Säge gebracht werden.

 Nicht nur die Fassade dieses Gebäudes der Schurig GmbH ist modern. Der Innenausbauspezialist setzt auf eine immer besser vernetzte Fertigung, um Kunden auch wirtschaftlich attraktive Raumlösungen anbieten zu können.
Nicht nur die Fassade dieses Gebäudes der Schurig GmbH ist modern. Der Innenausbauspezialist setzt auf eine immer besser vernetzte Fertigung, um Kunden auch wirtschaftlich attraktive Raumlösungen anbieten zu können. Bild: Schurig GmbH

Heute läuft dies vollautomatisch und vernetzt ab. Das entlastet die Mitarbeitenden und macht die Arbeit bei Schurig für Fachkräfte noch attraktiver. „Für mich ist das auch eine Philosophiefrage“, sagt Schurig, „denn der Aufbau möglichst effizienter Prozesse hat bei uns System.“ So etablierte der Betrieb mit Bezug der neuen Halle einen nahezu vollständig digitalisierten Workflow: vom Raumaufmaß und der Informationsübergabe an ein CAD-System in der Arbeitsvorbereitung bis zur Datenübergabe an die Bearbeitungsmaschinen.

Vorteil: Der digitalisierte Workflow beschleunigt die Arbeit, reduziert Fehlerquellen, schont das Material und spart Kosten. Gleiches gilt für die Automatisierung vieler Arbeitsschritte. „So hatten wir in der Vergangenheit beispielsweise das Problem, dass Platten aus dem Außenlager eine andere Temperatur hatten als die schon länger in der Fertigung liegenden Materialien. Dies konnte bei zu kurzer Akklimatisationszeit zu Beschädigungen durch Verzug führen – etwa bei Korpusverbindungen.“ Ein Thema, welches seit Inbetriebnahme der neuen Säge-Lager-Kombination komplett der Vergangenheit angehört.

Neuheit: materialManager Advanced

Auch wegen solcher Erfahrungen stoßen Digitalisierung und innovative Lösungen bei Schurig auf großes Interesse. „Ich bin generell offen für neue Technologien“, sagt er und erzählt, dass sein Betrieb bereits mehrfach als Homag Pilotkunde aktiv war. Zuletzt bei der Einführung eines neuen digitalen Homag Assistenten namens materialManager Advanced. „Unser Ansprechpartner von der Homag Plattenaufteiltechnik kam mit der Frage auf uns zu, ob wir dieses Produkt als Pilotkunde testen und unsere Erfahrungen einbringen wollten. Wir sahen das als Chance und sagten zu“, so Schurig, „nicht zuletzt, weil wir vom Funktionsprinzip und dem Reifegrad der Neuentwicklung überzeugt waren.“

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