Holzabfälle nachhaltig zerkleinert

Bei Garant im thüringischen Amt Wachsenburg wird Nachhaltigkeit groß geschrieben. Seit Jahren werden die Produkte - Türen und Zargen - energiebewusst und umweltschonend gefertigt. Auch die Abfälle aus der Zargenproduktion werden weiterverwertet - mit einem besonderen Einwellen-Zerkleinerer.

Garant Türen und Zargen wurde 1991 gegründet und beschäftigt heute etwa 480 Mitarbeiter. Auf einer Produktions- und Lagerfläche von circa 66.000m² werden täglich knapp 3.300 Türen und fast genauso viele Zargen produziert. Das Portfolio umfasst Standard-, Stil- und Designtüren in unterschiedlichen Ausführungen wie auch die passenden Zargen. Dabei kommen viele Werkstoffe zum Einsatz. Einer der wichtigsten ist und bleibt dabei Holz.

In der Zargenproduktion von Garant integriert: Einwellen-Zerkleinerer WL 6 S von Weima. – Bild: Weima Maschinenbau GmbH

Entsorgungskonzept ergänzt

Ein bewusster Umgang mit der Ressource Wald ist für Garant selbstverständlich, heißt es aus dem Unternehmen. Alle Produkte aus Holz sind PEFC- und FSC-zertifiziert, und auch das Energiemanagement ist nach ISO50001 beglaubigt. Um die Auflagen der Zertifikate zu erfüllen und einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, erfasst und analysiert Garant laufend die Stoffflüsse in den Produktionshallen. So lassen sich Maßnahmen zur Materialeffizienz und Recyclingrate schnell umsetzen. Auch die Abfallmenge wird kontinuierlich beobachtet und – wo möglich – gesenkt. Ein konsequenter Schritt war hier der Kauf eines Einwellen-Zerkleinerers von Weima: Im Juli 2019 wurde das Entsorgungskonzept in Amt Wachsenburg um einen WL 6 S ergänzt.

Voll in Produktionslinie integriert

 Holz- und Holzwerkstoffreste werden vom WL 6 S konsequent geschreddert.
Holz- und Holzwerkstoffreste werden vom WL 6 S konsequent geschreddert.Bild: Weima Maschinenbau GmbH

In der vollautomatisierten Zargenstraße von Garant sorgen moderne Fertigungsmaschinen für Präzision und Qualität. Der Zuschnitt der Zargenelemente erfolgt komplett computergesteuert. Über Förderbänder werden die Holzreste aus der Zargenproduktion ausgetragen und auf einem zentralen Förderband zum Zerkleinerer transportiert, der voll in die Produktionslinie integriert ist. Sobald der Trichter des Hackers gefüllt ist, geht die Maschine in den Automatikbetrieb und schreddert das Restholz in kurzer Zeit auf eine homogene Materialgröße.

Der WL 6 S ist ein Klassiker im Portfolio des Zerkleinerungsspezialisten aus Ilsfeld. Mit einem Rotordurchmesser von 368mm und einer Rotorlänge von 800mm nimmt es der WL 6 S mit Holzabfällen aller Art auf. Der profilierte V-Rotor wird aus Vollmaterial gefertigt und ist in stabilen Rotorlagern gelagert. Das gestattet hohen Durchsatz bei geringem Kraftbedarf. Der WL 6 S ist mit einem WAP-Getriebe ausgestattet, das als besonders störstoffunempfindlich und verschleißarm gilt. Die produzierten Späne können per Absauganlage oder Transportschnecke aus der Maschine befördert werden. Bei Garant ist eine Absaugung angeschlossen, die die Hackschnitzel in ein zentrales Spänesilo befördert. Verwertet wird das zerkleinerte Holz in einer Biomasseverbrennungsanlage, mit der sich alle Gebäude beheizen lassen.

Vierwellen-Zerkleinerer geordert

Mit einem Modell der ZM-Reihe hat der Türen- und Zargenhersteller bereits einen weiteren Weima-Zerkleinerer bestellt, der Mitte des Jahres geliefert wird. So kann Garant auch in anderen Produktionslinien die Holzreste effizient nutzen und die Nachhaltigkeitsziele weiterverfolgen.

Produziert in Deutschland. Gebaut für die Welt.

Seit über vier Jahrzehnten fertigt Weima robuste Zerkleinerungs- und Brikettiermaschinen für die Entsorgung und Aufbereitung von Abfällen aller Art. Dazu gehören Einwellen-Zerkleinerer, Vierwellen-Zerkleinerer, Schneidmühlen und Brikettierpressen. Die blutorangefarbenen Maschinen werden erfolgreich für Anwendungen in der Holz-, Kunststoff-, Papier-, Metall und EBS-Industrie eingesetzt. Über 35.000 Maschinen hat das Unternehmen weltweit verkauft. Zerkleinerer und Brikettierpressen von Weima werden ausschließlich in Deutschland produziert und stammen aus Produktionsstätten in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg. Über 300 Mitarbeiter arbeiten jährlich an ca. 1.200 Kundenlösungen für den globalen Einsatz. Langjährige Vertriebs- und Servicestandorte bestehen in den USA, Polen, Indien und China. Mehr als 80 Vertretungen ergänzen die weltweite Präsenz.

Das könnte Sie auch Interessieren

Herausforderungen meistern

Herausforderungen meistern

Wie viele Branchen leidet auch der deutsche Maschinenbau aktuell unter den Folgen der weltweiten Turbulenzen.

Bild: Wandres GmbH micro-cleaning
Bild: Wandres GmbH micro-cleaning
Teamwork für die automatisierte Reinigung von Akustikplatten

Teamwork für die automatisierte Reinigung von Akustikplatten

Bei der Herstellung von Akustikplatten werden Löcher oder Schlitze in Rohplatten gefräst. Moderne CNC-Maschinen ermöglichen hier eine hohe Präzision und Passgenauigkeit. Probleme bereiten jedoch die entstehenden Späne und Stäube: Sie verstopfen die feinen Vertiefungen und müssen vor der Auslieferung und Montage entfernt werden. Die österreichische Firma Teamwork hat gemeinsam mit dem Stegener Unternehmen Wandres micro-cleaning eine Lösung gefunden, mit der die Platten automatisiert und zuverlässig gereinigt werden.

Bild: SCM Group Deutschland GmbH
Bild: SCM Group Deutschland GmbH
Wenn die Säge  blitzschnell verschwindet

Wenn die Säge blitzschnell verschwindet

Für SCM ist Digitalisierung der Oberbegriff. „Sie zieht sich durch alle Bereiche hindurch. Wir bringen einen Produktionsflow auf industriellem Niveau ins Handwerk hinein“, sagte Christopher Moore, Vertriebsleiter Deutschland, am 16. November auf den SCM Innovationstagen in Nürtingen. Dort wurden die Neuheiten gezeigt, mit denen das Unternehmen schon in Mailand auf Xylexpo 2022 viel Publikumslob geerntet hat – fürs vorausschauende Sicherheitssystem für Kreissägen bis hin zu einem kompakten Bearbeitungszentrum mit drei Achsen.

Bild: Reichenbacher Hamuel GmbH
Bild: Reichenbacher Hamuel GmbH
Auf Knopfdruck Haus

Auf Knopfdruck Haus

Wohnraum ist knapp und wird immer teurer. Der Holzbau hat sich inzwischen weltweit im Bauwesen einen wichtigen Platz erobert, vor allem mit Blick auf umweltgerechtes Bauen. Bei Reichenbacher Hamuel fand dazu Anfang November ein Expertentreff unter dem Motto „Auf Knopfdruck Haus!“ statt. Die Resonanz war groß, denn zu den Aspekten der Nachhaltigkeit sowie zur Frage, wieviel Individualität sich eine Gesellschaft im Hinblick auf knappe Ressourcen noch leisten kann, gab es viele interessante Statements.

Bild: Leitz GmbH & Co. KG Werkzeugfabrik
Bild: Leitz GmbH & Co. KG Werkzeugfabrik
Eine Frage der Philosophie

Eine Frage der Philosophie

Beim Plattenaufteilen gilt der Einsatz von Kreissägeblättern auf Plattenaufteilsägen als klassische Bearbeitungsvariante. Alternativ können Anwender auch Schaftfräser verwenden. Je nach Fertigungsmenge und Individualisierungsgrad muss abgewägt werden, welches für den individuellen Anwendungsfall das wirtschaftlichere Bearbeitungsverfahren sein kann. Leitz bietet mit seinem breiten Produktprogramm für beide Fertigungsverfahren Lösungen, die durch Qualität, Performance und Produktivität überzeugen.

Bild: TeDo Verlag GmbH
Bild: TeDo Verlag GmbH
„Die Nesting-Maschine muss her „

„Die Nesting-Maschine muss her „

„Wie lassen sich Fertigungsabläufe optimieren?“ Diese Frage stellen sich Ernestine Jungbeck und ihr Sohn Norbert von der Schreinerei Küchenstudio Jungbeck immer wieder. „Man muss heute so viel automatisieren und digitalisieren, wie es nur geht“, davon sind die Schreinermeisterin und der Schreinermeister überzeugt. Aber das funktioniert nur mit einem gut abgestimmten Maschinenkonzept. „Nesting gehört bei uns unbedingt dazu.“