Bild: Barth
Was Rahmenpresse & Co. bieten

Das Verleimen mit Schraubzwingen ist in vielen Betrieben immer noch die gängige Praxis. Die Nachteile dieser Methode liegen auf der Hand: geringer Druck, ungenaue Anschlagfläche, hoher Zeitaufwand, Belastung für die Mitarbeiter. Vor allem auch aus wirtschaftlichen Gründen müssen diese Montagearbeiten vielerorts neu überdacht werden.


Der Markt bietet verschiedene Lösungen für ein effektives, wirtschaftliches Arbeiten. Neben einfachen Rahmen- und Verleimpressen gibt es große, aufwendige Korpus-, Lochplatten-, Vakuumpressen oder Presstische. Rahmenpressen sind ideal für das Verpressen rechtwinkliger Rahmen geeignet. Die Presseinheiten lassen sich in der Regel stufenlos an das Rahmenmaß ausrichten, und durch eine horizontale Rahmenpresseinrichtung werden alle Teile an einen 90°-Anschlag gedrückt. Für nicht rechtwinklige Teile müssen jedoch Schablonen angefertigt werden. Reine Verleimpressen sind nur für Verleimungen in der Breite zu verwenden. Meist verfügen sie über Spannvorrichtungen, die die Planheit des Werkstücks verbessern. Sogenannte Niederhalter verhindern das Herausspringen der einzelnen Kanteln beim Verpressen.


Klassische Korpuspressen eignen sich hervorragend für große Stückzahlen an Korpussen. Meist werden diese Stückzahlen in Tischlereien nicht erreicht, sodass sie mit anderen Mitteln arbeiten müssen. Lochplattenpressen bieten sich für alle Verleim- und Montagearbeiten an, die nicht im rechten Winkel ausgeführt werden. Segmentbögen und Dreiecksfenster gehören ebenso dazu wie runde Fenster. Zubehör wie schwenkbare Auflagen und Druckelemente oder Gurtspannlösungen erleichtert deutlich die Arbeit. Nachteile dieser Pressen sind die meist hohen Anschaffungskosten und das – gegenüber einer Rahmenpresse – aufwendigere Rüsten. Vakuumpressen schließlich haben eine Stellung dar, da sie meist für flächige Werkstücke eingesetzt werden. Allerdings lassen sich damit auch An- und Umleimer sehr gut verarbeiten.

 

Ausführungen und Kombinationen


Indem die Geräte für ihre vorgesehenen Anwendungsfälle eingesetzt werden, lassen sich kürzere Taktzeiten und bessere Qualitäten als mit Schraubzwingen erreichen. Zu beachten sind dabei jedoch die Auslastungszeiten pro Gerät – und damit die Investitionshöhe im Vergleich zur Nutzungsdauer. Insbesondere die relativ teuren Korpuspressen sind hier zu betrachten, zumal sie bei hohem Platzbedarf und hoher Investition nur eine Funktion bieten. Eine clevere Lösung stellen Kombinationspressen dar. So bietet eine patentierte Idee von Barth hinter einer Systempresse eine Lochplatte. Dieses Press- und Montagezentrum RPGL kann für alle Verleim- und Montagearbeiten eingesetzt werden. Solche Zentren benötigen weniger Platz, bieten eine große Vielseitigkeit und punkten zugleich mit kurzen Rüstzeiten. Im besten Fall lassen sich auch Anbau- und Zubehörteile werkzeuglos montieren und demontieren.


Klare Vorteile bieten Geräte, die im Baukastensystem zusammengestellt werden und sich bei steigenden Anforderungen ausbauen lassen. So kann aus einer einfachen Verleimpresse eine Rahmen- oder sogar eine Korpuspresse werden. Ratsam ist, dass sich die Investition an den Bedarf anpasst. Der Nutzwert eines Gerätes kann auch mit Zubehör entscheidend erhöht werden. Etwa mit einer Vorrichtung, mit der sich Rahmen auf Gehrung verleimen lassen, oder einer Fahreinrichtung, mit der Pressen ausgestattet werden. Mit einem einhängbaren 90°-Anschlag lassen sich zudem mehrere Arbeitsstationen aufbauen. Dadurch können verschiedene Teile gleichzeitig in einer Pendelbelegung verleimt und Ressourcen gespart werden.


Die Korpuspressfunktion auf einer Systempresse mit Rahmenpresseinrichtung hat besondere Vorteile. Hervorzuheben sind der geringere Platzbedarf und die geringere Investitionssumme gegenüber einer Korpuspresse sowie die Möglichkeit, allein zu arbeiten. Außerdem wird im rechten Winkel verpresst, ohne dass die Diagonalen gemessen und Zulagen benutzt werden müssen. Die Taktzeiten sind vergleichsweise kurz, und der Korpus lässt sich sogar im eingespannten Zustand bearbeiten. Eine Barth-Multipresse RPG oder RPGL lässt sich mit wenigen Handgriffen in eine universelle Korpuspresse verwandeln. Mit dem patentierten Korpusspannsystem können Korpusse jeglicher Art ohne zusätzliche Hilfe winkelgenau verleimt werden. Außerdem erhält man durch die Kombination von Rahmen- und Vakuumpresse ein universales Verleim- und Montagezentrum, für das der geringe Platzbedarf spricht.

 

Druckelemente und Steuerung


Zu jeder Presse gehören verschiedene Druckelemente. Die am Markt erhältlichen Systeme sind unter anderem Pneumatik, Hydraulik und mechanische Spindel- oder Zahnstangenantriebe. Die Druckluftsysteme werden in der Regel zentral gesteuert. Hydraulik gibt es mit zentraler und mit Einzelsteuerung. Mechanische Spindellösungen spielen eine eher untergeordnete Rolle, weil die Bedienung meist etwas zeitraubend ist. Wird aus Kostengründen eine mechanische Lösung gewählt, sollte bevorzugt ein Zahnstangengetriebe eingesetzt werden – die Hubgeschwindigkeit ist um ein Vielfaches größer als bei einem Spindelantrieb.
Die Druckluft ist für die Serienproduktion hervorragend geeignet, da sie viele Steuerungsmöglichkeiten bietet. Ein großer Nachteil ist der relativ geringe Druck. Alternativ kann hier die Hydraulikoption gewählt werden, mit der sich sehr hohe Drücke aufbauen lassen. Zugleich gibt es auch hier zahlreiche Möglichkeiten zur Steuerung, und es kann zur Einzelsteuerung übergegangen werden. Für die Serienproduktion bietet sich stets eine zentrale Steuerung an. Viele Tischlereien produzieren jedoch Einzelstücke oder Kleinserien. Hier ist meist die Einzelsteuerung zu bevorzugen, bei der jedes Druckelement einzeln bedient wird. Eine clevere Lösung bietet Barth mit der Dual-Hydraulik-Lösung an, bei der der Bediener einzelne oder mehrere Hydraulikzylinder von der zentralen Steuerung entkoppeln und auf Einzelbedienung schalten kann.


Die HSH01 ist eine von Barth entwickelte Handspannhydraulik, die das einhändige Spannen und Lösen gestattet. Das Bedienelement wurde möglichst weit unten positioniert, um den Bedienhebel bei größeren Werkstücken besser zu erreichen. Die Spannhydraulik ist mit einem Schnellhub und automatischer Umschaltung zum Druckhub ausgestattet. Der große Hubbereich von 100 mm vermeidet ein Nachsetzen der Hydraulik bei langen Dübelverbindungen. Durch den großen Hub wird die Bestückung der Korpusfunktion erheblich erleichtert.


www.barth-maschinenbau.de

 

 

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