Bild: Linde Material Handling
Mehr Transparenz und Sicherheit

Im Rahmen des ersten Sicherheitsforums Intralogistik am 20. September 2018 in Aschaffenburg präsentierte Linde Material Handling neue Module für das Flottenmanagementsystem ,connect‘: die Anwendungen ,Zone Intelligence‘ und ,Truck Mapping‘, die den Einsatz von Flurförderzeugen noch sicherer und transparenter machen sollen.


Das neue connect-Modul ,Zone Intelligence‘, das ab Anfang nächsten Jahres als Nachrüstlösung wie auch ab Werk bestellbar sein wird, ist ein wichtiger Schritt für mehr Sicherheit in Gebäuden. Denn trotz umfänglicher Sicherheitsausrüstung birgt der Einsatz von Flurförderzeugen nach wie vor Risiken. Diese rühren nicht zuletzt daher, dass der Fahrer selbst bestimmt, mit welcher Geschwindigkeit er unterwegs ist und inwieweit er sein Tempo in Kreuzungsbereichen oder engen Gängen drosselt. Das Gleiche gilt bei Fahrten mit zu weit angehobenem Hubmast. Durch Unachtsamkeit ausgelöste Kollisionen mit Rolltoren oder Deckenstützen verursachen jährlich Schäden in Millionenhöhe. Um diese Situationen zu entschärfen, hat Linde Material Handling das neue sensorbasierte Assistenzsystem entwickelt. Damit können Flottenbetreiber spezifische Zonen in Lager- und Produktionsbereichen festlegen, innerhalb derer die Geschwindigkeit der Geräte automatisch reduziert wird.

 

Vier Anwendungsbereiche


Technisch realisiert wird Zone Intelligence durch breitbandige Funksignale im 4-Gigahertz-Bereich. Diese werden zwischen festinstallierten Sensoren und dem Fahrzeugsensor ausgetauscht und gehen durch Mauern und Pfeiler hindurch. Zur Festlegung der verschiedenen Zonen dienen dem Flottenmanager Hallen- oder Werkspläne, die er über die Software connect:desk am Rechner hochlädt. In der Anwendung konfiguriert er die verschiedenen Zonen nacheinander mit einem Grafiktool und belegt sie anschließend mit spezifischen Parametern. Dazu gehören die Reichweite um den festgelegten Ankerpunkt, den sogenannten Zone Marker, oder auch die Größe des Anbremsbereiches. Vier Anwendungsbereiche stehen im Fokus des neuen Assistenzsystems: Erstens eine punktuelle Geschwindigkeitsanpassung, die immer dann greift, wenn der Stapler auf eine kritische Stelle zufährt – zum Beispiel unübersichtliche Ecken, Überwege oder Kreuzungen, die ein generelles Gefahrenpotenzial darstellen. Zweitens ist eine flächenmäßige Anpassung der Geschwindigkeit für Bereiche möglich, in denen beispielsweise häufig Personen unterwegs sind. Den dritten Anwendungsfall bilden Rolltore oder Durchfahrten, den vierten Tempokontrollen auf Strecken mit Bodenunebenheiten.


Das connect-Modul Zone Intelligence ist bereits das zweite Assistenzsystem von Linde Material Handling, das die Ultra-Breitband-Technologie (UWB) nutzt, um das Unfallrisiko beim innerbetrieblichen Warenumschlag zu senken. Seit Jahresanfang warnt der Linde Safety Guard Staplerfahrer und andere Personen über festinstallierte beziehungsweise mobile, am Körper getragene Einheiten voreinander. Dabei schlagen die Geräte nicht nur akustisch und optisch Alarm, sondern lassen den Fußgänger die Gefahr über Vibrationen zusätzlich ,spüren‘. Auch hier wird der Vorteil von UWB genutzt, dass die Funkwellen durch Wände, Regale und Tore gehen und ein Fußgänger beispielsweise noch vor dem Öffnen einer Tür vor dem herannahenden Gerät gewarnt wird. Hinzu kommt als weiterer Punkt: Es gibt keine Interferenzen mit anderen Netzwerken wie WLAN, Bluetooth oder RFID.

 

Truck Mapping und GPS Leashing


Das connect-Modul ,Truck Mapping‘ betrachtet den Staplereinsatz aus der Vogelperspektive. Die neue Telematik-Hardware ortet den Standort jedes Fahrzeugs auf bis zu fünf Meter genau und visualisiert ihn auf einer Karte. Dabei ist die Funktion umso sinnvoller, je größer die Staplerflotte und weitläufiger das Firmengelände sind. Die klassische Situation: Ein Fahrzeug fällt aus, aber niemand kann dem Monteur sagen, wo genau es sich befindet. Noch ärgerlicher ist es, wenn ein Fahrzeug gestohlen wurde. Mit dem Truck Mapping dürfte das künftig keinen Flottenmanager mehr in Aufregung versetzen. Denn er weiß nicht nur, wo auf dem Firmengelände sich das reparaturbedürftige Gerät befindet, genaue Standortinformationen helfen auch, Dieben das Handwerk zu legen.


Grundlage bilden die per Satellitenortung ermittelten Standortdaten des Fahrzeugs. Diese wie auch Betriebsstunden oder Fehlercodes lassen sich über das connect:portal abrufen, per Webservice in andere Systeme exportieren und dort auswerten. Robust und witterungsbeständig sind in einem kompakten Gehäuse der leistungsfähige Prozessor mit integrierten Antennen und eine weltweit gültige eSIM-Karte untergebracht. Zur genauen Positionsbestimmung nutzt die Hardware neben GPS weitere Satellitensysteme. Die Datenübertragung erfolgt nach aktuellen Sicherheitsstandards.


Im kommenden Jahr soll die generische Plattform um eine zusätzliche Funktion erweitert werden: das GPS Leashing (deutsch: Anleinen). Hierbei wird der Einsatzbereich des Flurförderzeugs mit einem virtuellen Zaun eingegrenzt. Verlässt das Gerät die festgelegte Zone, informiert das System die Verantwortlichen automatisch per E-Mail und ermöglicht eine schnelle Reaktion.


www.linde-mh.de

 

 

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